Brauchst du Tipps, wie du als Mama in Verbindung mit dir bleibst? Ich brauche sie! Und habe sie deshalb für mich und für dich aufgeschrieben.

Wie ich an einem Morgen Anfang August 2021 fast die Verbindung zu mir verloren habe. – Ein kleiner Einblick in meinen ganz normalen Alltag mit 3 Kindern.

Heute Morgen um kurz vor 5Uhr weckte mich die leicht singende Stimme meines Jüngsten.

„Ein Unglück ist passiert!“

„Oh nein…“ meldete sich mein schlaftrunkenes Hirn. Und dann noch „Viel zu früh…“

Gleichzeitig registrierte ich, dass mein wunderbarer Mann schon am Aufstehen war und ich liegen bleiben konnte. Kurz darauf kam mein Jüngster im frischen Schlafanzug zu mir getapst. „Mama, ich will mit dir kuscheln.“ Bis 6 Uhr hat er es beim Kuscheln ausgehalten. Dann sind wir aufgestanden.

Er wollte ein Buch vorgelesen bekommen. Ich meine Ruhe und eine Dusche. Wir konnten uns auf ein Tiptoi-Buch vor der Dusche einigen. Aber nur kurz, denn dann war großer Hunger angesagt.

Abgetrocknet und angezogen stand ich kurz darauf in der Küche. In der großes Chaos herrschte, weil wir am Tag davor den Kindergeburtstag meines großen Sohns nachgefeiert haben und ich abends viel zu müde war alles fertig aufzuräumen.

Aber jetzt war ich auch müde. Und müde kann ich Chaos nicht gut ertragen. Und ich registrierte plötzlich überall Chaos. Weil die letzten Wochen einfach zu viel los war. Und überall alles mögliche liegen geblieben ist.

Aber jetzt erstmal Frühstück richten. Und überlegen, wann ich die zwei anderen Kinder wecken muss. Die Tochter will in den Hort. Der große Sohn ist in den Ferien zuhause. Ich habe einen wichtigen Termin. Da geht er mit. Also muss ich ihn wecken.

Das Frühstück ist fertig, der Jüngste fängt schon an. Die Tochter kommt von selbst runter. Und mir fällt ein, dass heute Test-Tag in Kita und Hort ist. Also Schnelltest gesucht. In den Nasen gebohrt. In der Flüssigkeit gerührt. Getropft. Mit Edding die Testkassetten mit Name und Uhrzeit beschriftet.

Da ruft von oben der große Sohn. Es klingt dringend. Ich gehe zu ihm. Joa… „Dringend“ bedeutet in diesem Fall, dass ich ihm unbedingt sein neues Buch bringen soll, damit er es im Bett lesen kann.

Ich atme tief durch… Erinnere ihn an unseren Termin. Bitte ihn sich rechtzeitig anzuziehen und zu frühstücken. Im vollen Bewusstsein, dass ihn sein spannendes Buch davon abhalten wird.

Auf dem Weg nach unten höre ich schon meine Tochter rufen: „Mama! Er malt das Tischbein an!“

Mein Jüngster sitzt auf dem Boden. Mit dem Edding in der Hand und verziert unser Tischbein.

Ich beginne zu schreien. Bin echt sauer. Und habe jetzt schon keine Lust mehr.

Kennst du das? Diese Tage?

Es gab eine Zeit, in der war jeder meiner Tage so. Jetzt sind es seltene Ausnahmen. Wofür ich sehr dankbar bin.

Aber, was passiert da eigentlich? Warum führen diese Dinge dazu, dass ich anfange zu schreien und blöde Dinge zu sagen?

Ich habe meinen Tag heute irgendwie rum bekommen. Mehr schlecht als recht.

Und abends nach dem Abendessen habe ich die Gelegenheit genutzt und die drei mit meinem Mann zu Hause gelassen. Ich bin spazieren gegangen. Allein. Nur mit meinen Gedanken. Und langsam sortierte es sich ein wenig in mir.

Schon seit Tagen merke ich, dass ich die Verbindung zu mir verliere. Zu viele To-Do’s, zu viele Gedanken, zu viele Termine, zu viel „Mama“, zu viel an-mir-Gezupfe und an-mir-Gezerre. Und zu wenig Raum für mich. Zu wenig Pausen. Zu wenig Ruhe.

Eigentlich weiß ich was ich brauche. Eigentlich weiß ich, woran ich es merke, dass ich die Verbindung zu mir verliere. Eigentlich weiß ich was ich brauche, um diese Verbindung nicht zu verlieren.

Aber manchmal vergesse ich das. Und deshalb schreibe ich jetzt für mich auf, was meine besten Tipps sind, damit ich die Verbindung zu mir Mitten im Trubel des Mama-Alltags nicht verliere.

Und wenn du magst, sind die Tipps auch für dich.

Tipp 1: Beobachte dich liebevoll.

Komischer Tipp? Fragst du dich, was das bringen soll? Vertrau mir – dieser Tipp ist elementar.

Du darfst lernen dich zu beobachten. Und zwar LIEBEVOLL!

Frage dich regelmäßig, wie es dir geht. Wenn das für dich noch ungewohnt ist, nehme dir bestimmt Zeiten vor. Zum Beispiel immer, wenn du dich zum Essen an den Tisch setzt. Achte darauf, wie deine Atmung ist. Wie deine Körperhaltung ist. Was deine Gedanken machen. Wie die Anspannung in deinem Kiefer ist. Und in deinen Schultern.

All das können Anzeichen dafür sein, ob du noch mit dir in Verbindung bist, oder ob du dabei bist, die Verbindung zu dir zu verlieren.

Anzeichen dafür, dass du die Verbindung zu dir verlierst können zB sein: eine schnelle flache Atmung, Verspannungen, schneller Puls, Ungeduld, Gereiztheit.

Und es ist so wichtig, dass wir diese Anzeichen kennen und erkennen. Denn nur dann können wir etwas dafür tun, dass wir zurück in die Verbindung zu uns kommen.

Tipp 2: Mach langsamer.

Wie? Langsamer? Es gibt doch aber so viel zu tun! Und überhaupt. Wir sind doch eh schon spät dran.

Ja. Ich weiß. Und trotzdem:

Mach langsamer. Halte kurz inne. Nehme wahr was los ist. Nehme wahr, was jetzt im Moment wirklich wichtig ist. Und entschleunige dadurch die Situation.

Heute Morgen hat das bei mir bedeutet, dass ich mich mitten im Schreien bremsen konnte. (Und darauf bin ich stolz. Es ist noch nicht allzu lange her, da registrierte ich erst viel später, wie blöd mein Schreien war.) Ich atmete tief ein und aus. Und sagte zu mir selbst „Stopp“. Und überlegt, was hier eigentlich gerade los ist. Es waren nur ein paar kleine Striche ganz unten an einem Tischbein. Ärgerlich, ja. Aber kein Weltuntergang. Mein Sohn ist 4. Da machen Kinder sowas. Einfach um sich auszuprobieren. Nicht um mich zu ärgern. Mir war im Moment alles zu viel. Aber das war nicht die Schuld meiner Kinder. Ich hatte zu viel in letzter Zeit. Habe mir zu viel vorgenommen. Zu wenig Pausen gemacht. Und dann kamen auch noch unvorhergesehene Dinge. Ok. Und jetzt? Jetzt war wichtig meine zwei Kinder in Ruhe aus dem Haus zu bringen. Ich nahm meinen Sohn in den Arm. Entschuldigte mich für mein Schreien. Erklärte, dass ich es nicht mag, wenn unsere Möbel angemalt werden. Und wir konnten weiter machen. Zu Ende Frühstücken, Zähne putzen, Anziehen, Rucksäcke auf und losgehen.

Und ich durfte mal wieder feststellen: Viel wichtiger, als ein angemaltes oder nicht angemaltes Möbelstück, ist wie wir miteinander umgehen.

Tipp 3: Atme.

Klar. Wir atmen die ganze Zeit.

Aber um mit uns selbst in Verbindung zu bleiben, oder die Verbindung wieder zu finden hilft es uns bewusst zu atmen. Langsam zu atmen. Tief zu atmen. Dass wir uns selbst wirklich wahrzunehmen beim Atmen.

Um bewusst zu atmen hilft es mir beispielsweise den Weg der Atemluft in Gedanken nachzuverfolgen. Ich atme langsam durch die Nase ein. Und erspüre, wohin die Atemluft geht. Erspüre, wie sich mein Brustkorb hebt und mein Bauch sich dehnt. Es kann auch helfen, die Hand auf den Bauch zu legen, um zu erspüren, ob die Atemluft wirklich ganz bis nach da unten geht. Und dann langsam durch den Mund aus. Und dabei beobachten, wie der ganze Körper dabei loslässt.

Positiver Nebeneffekt: Wenn wir langsam und tief atmen, signalisieren wir unserem Gehirn „Alles ist gut!“. Denn in einer Gefahrensituation können wir nicht langsam und tief atmen.

Tipp 4: Übe dich in Achtsamkeit.

Nimm dir jeden Tag einen kleinen Moment der Achtsamkeit. Sei dann ganz im Hier und Jetzt. Und nimm den Moment mit all deinen Sinnen wahr.

Trinke achtsam eine Tasse Tee. Wähle eine schöne Tasse aus. Höre auf das Plätschern beim Einschenken. Rieche den Duft. Spüre die Wärme der Tasse. Trinke langsam, Schluck für Schluck und achte darauf, wie er schmeckt.

Sitze achtsam auf der Bank auf dem Spielplatz. Schließe die Augen und spüre, wie die Bank unter dir sich anfühlt. Höre auf die Geräusche um dich herum. Atme tief ein und nehme war, was du riechen kannst. Öffne die Augen und schaue deinen Kindern beim spielen zu. Schau ihnen nur zu. Nicht mehr.

Tipp 5: Geh spazieren.

Für mich einer der wichtigsten Überlebenstipps. An einem Tag wie heute hilft das besser als alles andere. Raus gehen. Allein. Laufen. Am Besten eine bekannte Strecke, auf der sich die Beine ganz automatisch bewegen.

Beim Laufen verarbeitet unser Gehirn. Das was wir erlebt haben. Das was sich angehäuft hat in uns. Beim Laufen erlauben wir unsere Gedanken sich zu sortieren. Fast mühelos, ohne Anstrengung.

Bei mir war es heute am frühen Abend das Beste, was ich machen konnte. Mein Atmung hat sich beruhigt. Meine Puls normalisiert. Meine Muskeln konnten sich ein wenig lockern. Und meine Gedanken haben sich sortiert und im Kopf schon diesen Blogartikel formuliert.

Und jetzt, wo alles auf dem Papier ist geht es mir besser. Ich merke: Die Verbindung zu mir selbst ist wieder hergestellt. Und das fühlt sich gut an.

Und ich merke beim Schreiben: Vielleicht muss ich irgendwann in nächster Zeit  einen Blogartikel schreiben mit der Überschrift „Nochmal 5 Tipps, wie du im stressigen Mama-Alltag die Verbindung zu sich selbst nicht verliert.“

Weil „Schreiben“, das ist doch auch ein Tipp… Und… Aber nein. Stopp. Das hebe ich mir für einen anderen Zeitpunkt auf. Und freue mich, wenn du dann wieder hier mitliest.

Herzliche Grüße,

Judith

 

 

 

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