Wieder ist ein Monat vergangen. Und damit ist Zeit für einen neuen Monatsrückblick.

Dieses mal mit Worten über meine Liebe zum Schreiben, Einblicke in eine Coaching-Stunde und Gedanken zu Rückzug und Stille.

Bloggen und Social Media

Das Schreiben ist für mich ein fester Bestandteil meines Alltags geworden. Es tut mir so gut und macht mir so viel Freude! Unglaublich, dass ich das so lange nicht mehr gemacht habe.

Als Jugendliche habe ich seitenweise Tagebücher gefüllt. Ich hatte mit mehreren Freundinnen ein „Briefebuch“, in das wir uns gegenseitig seitenlange Briefe geschrieben haben. Und zusätzlich habe ich unzählige Briefe und Briefchen an Freunde und Mitschüler geschrieben. (Ja, am liebsten mitten im Unterricht. 😉) Später kamen dann noch E-Mails dazu.

Schon damals tat mir das Schreiben so gut. Ich konnte meine Gedanken sortieren, schreibend nachdenken, mir selbst begegnen.

Ich weiß gar nicht genau, wann und warum ich aufgehört habe zu schreiben. Aber irgendwann in meinem Erwachsenen Alltag – und spätestens in meinem Mama-Alltag – ist es passiert.

Und ich bin so dankbar, dass ich das Schreiben jetzt durch das Bloggen wieder für mich entdeckt habe. In diesem Monat habe ich drei Blogartikel veröffentlicht.

Meinen Monatsrückblick von Oktober.

Die „12 von 12“ im November.

Und einen Artikel über Chaos, Gefühle, Bedürfnisse und Klarheit. 

Ja, ich schreibe diese Artikel für euch. Um euch zu ermutigen, meine Erfahrungen mit euch zu teilen, euch zu unterstützen.

Gleichzeitig schreibe ich auch für mich. Durch das Schreiben reflektiere ich, sortiere und sammle meine Gedanken, komme in Kontakt mit mir selbst, werde mir meiner Selbst bewusst.

Aber nicht nur das reine Schreiben tut mir gut. Auch der offene Austausch auf Social Media mit euch ist wunderbar. Auf Facebook bin ich schon seit dem Sommer aktiv. Auf Instagram seid November. Und es macht so Spaß, in meinen Storys meine Gedanken mit euch zu teilen, eure Antworten darauf zu lesen, eure Reaktionen zu sehen und eure Fragen zu beantworten.

An dieser Stelle ein großes Danke!

Einblicke in eine Coaching-Stunde

Im November hatte ich auch ein paar Coaching Stunden. Und ich merke immer mehr, wie sehr ich diese Arbeit liebe. Es ist so ein Geschenk, wenn Frauen in dieser Zeit mit mir ihr Herz teilen und ich staune immer wieder über das Vertrauen, was mir entgegen gebracht wird.

Und es ist einfach wunderbar, wenn ich merke, dass ich die richtigen Fragen stellen, hilfreiche Impulse gebe und die passende Methode auswähle.

In eine Coaching-Stunde im November möchte ich euch jetzt ein wenig mit hineinnehmen.

Ich kannte die Frau schon eine Weile. 1-zu-1 haben wir uns aber das erste Mal getroffen.

Bevor ich in das Coaching hineingehe, bereite ich mich immer ein wenig vor. Ich bitte die Frauen immer, mir einen Fragebogen auszufüllen, damit wir beide wissen, wohin wir mit dem Coaching gehen wollen.

Diesen Fragebogen lese ich mir durch. Und versuche ein Gefühl für die Frau und ihre Themen zu bekommen.

Direkt bevor ich das Zoom Meeting starte, mache ich noch etwas, um bei mir anzukommen. Eine Atemübung, eine Achtsamkeitsübung, ein Einchecken in meinen Körper. Und ich bete.

So war es auch bei dieser Frau.

Dann starten wir gemeinsam in Zoom. Erzählen kurz ein wenig. Und ich leite uns durch einen gemeinsamen Check-in in unseren Körper. Um zur Ruhe zu kommen. Und anzukommen.

Dann reden wir ein wenig über ihr Thema. Es fällt ihr oft so schwer, gut für sich zu sorgen. Vor allem, wenn andere dabei sind. Dann sorgt sie eher für die.

Ich frage nach. Höre hin. Frage noch etwas genauer. Was für Gedanken hat sie in diesen Situationen? Kennt sie die schon von früher?

Und dann formt sich ein Satz in meinem Kopf, den ich ihr nenne: „>Ich bin nur wertvoll, wenn ich gut für andere gesorgt habe.< Trifft es das?“

Und ja. Ich sehe ihr sofort an, dass das trifft.

Ich bitte sie, den Satz zu sagen. Und reinzuspüren in diesen Satz. Und er trifft etwas in ihrem Innern. Und sie merkt, er sitzt tief.

„Ich wusste gar nicht, dass dieser Satz in mir ist“, sagt sie. Aber wir haben ihn ausgegraben.

„Ist er wahr, dieser Satz?“ frage ich sie. „Ist er immer wahr?“ Und zögernd fallen ihr Momente ein, in denen er nicht wahr ist. Ihre Kinder lieben sie einfach so. Ihr Mann auch. Ihre Eltern auch.

Und trotzdem: Er sitzt so tief. Ich frage sie, ob sie bereit ist, diesen Satz loszulassen? Ob wir diesem Satz etwas von seiner Macht nehmen wollen?

Und nach ihrer Erlaubnis nehme ich sie in Gedanken mit auf eine Reise. Zu einem Morgen, an dem dieser Satz einfach nicht mehr da ist. (…)

Am Ende unsrer gemeinsamen Zeit, sitzt mir diese Frau entspannt und gelöst entgegen. Und sie hat einen neuen Satz gefunden:

„Ich bin es wert, dass ich für mich sorge.“ Oh ja. Was für ein wunderbarer Satz. Ich freue mich und bin dankbar, dass sie ihn gefunden hat.

Etwas später an diesem Tag bekomme ich eine Nachricht von ihr. Mit einem Foto.

„Das Coaching hat mir so gut getan: Ich fühle mich leichter und sehr in Verbindung mit mir. Das hängt jetzt bei mir im Arbeitszimmer. Vielen vielen Dank, liebe Judith!“ steht in der Nachricht.

Das macht mich so dankbar. Dass ich mir gerade so eine wunderbare Arbeit erschaffen darf, die sich kein bisschen nach Arbeit anfühlt.

Rückzug und Stille

Der November ist für mich ein Monat des Übergangs. Wir gehen von der Fülle des Herbst in Richtung Winter. Die ganze Natur bereitet sich auf Rückzug und Stille vor.

Und auch ich merke das in diesem November wieder. Dass mein Körper sich nach Rückzug und Stille sehnt.

„Ich glaube, eigentlich bin ich eine Bären-Mama“, sage ich an einem Morgen zu meinen Kindern. Ich bin müde. Und sehne mich nach faul sein. Ab aufs Sofa oder ins Bett. Unter die Decke. Oder in eine Höhle. Wie eine Bärenmama im Winter. Und dann nur ab und zu zum Essen raus kommen.

Wir Menschen sind zyklische Wesen. Wir brauchen Zeiten der Aktivität und Zeiten der Ruhe. Zeiten, in denen wir raus gehen, in den Kontakt und Zeiten des Rückzugs. Laute Zeiten und Zeiten der Stille.

Und ich merke immer mehr, dass es mir gut tut, mich bei meinem Zyklus an den Zyklus der Natur anzupassen. Im November spüre ich, dass ich mich vermehrt nach Sofazeiten ganz alleine sehne. Nach Rückzug und Stille.

Diese Sehnsucht findet in unsrer Gesellschaft wenig Raum. Es wird erwartet, dass wir funktionieren. Präsent und aktiv sind. Leistung bringen. Und zwar immer.

Ich halte das für ungesund. Und trotzdem stecke ich mitten drin.

Gleichzeitig versuche ich, meinem Bedürfniss nach Rückzug ein wenig Raum zu geben. Durch Nachmittage auf dem Sofa. Eine Badewanne. Zuhause bleiben. Mehr meditieren und beten. Stille.

Ich trage wieder öfters meine Kopfhörer, die mir auch ein wenig das Gefühl von Rückzug geben. Ich sage öfters „nein“ zu anderen und dadurch „ja“ zu mir und meinem Bedürfniss nach Rückzug.

Und gleichzeitig ist in mir nach wie vor das Bedürfnis nach Verbindung. Nicht nur Verbindung zu mir, sondern auch Verbindung zu anderen. Nach Wärme und Empathie. Nach gegenseitigem Sehen und Halten. Nach Gedankenaustausch.

Und diese gegenseitige Bedürfnisse – Rückzug und Stille genau so wie Verbindung und Austausch – darf ich immer wieder anschauen. Reinfühlen und abwägen, was ich jetzt im Moment brauche.

Der November zeigt mir, dass es wichtig ist, dass wir uns Zeit nehmen für Rückzug und Stille. Und dass wir uns darauf vorbereiten.

Und sonst?

  • Anfang des Monats waren bei uns Herbstferien. Und wir alle haben diese Woche ohne Schule genossen.
  • Mein Jüngster hatte ein wunderbares Laternenfest an St Martin. Wegen Corona schon wieder ohne uns Eltern. Aber ich bin dankbar, dass immerhin die Kinder dieses Fest genießen durften.
  • Meine Tochter hat im November schwimmen gelernt. In einem wunderbaren Schwimmkurs. Beim letzten Mal durften wir Eltern am Ende an den Beckenrand, um die Schwimmkünste unsrer Kinder zu bewundern. Und ich war so stolz auf mein strahlendes und stolzes schwimmendes Mädchen.
  • Mein Ältester ist im Fußball-Fieber. Ich kenne mich Dank ihm mittlerweile super aus und höre den halben Tag Fußball Lieder, Fußball Witze oder wichtige Informationen rund um das Thema.
  • Unser zweites Kaninchen ist gestorben. Wir wissen nicht warum. An einem Morgen lag es im Käfig. Also mussten wir uns schon wieder von einem Tier verabschieden.

Ausblick auf Dezember

Im Dezember werde ich meinen Jahresrückblick schreiben. In Gemeinschaft mit anderen BloggerInnen und unter Anleitung der wunderbaren Judith Peters, durch die ich meine Liebe zum Bloggen entdeckt habe.

Und ich werde mein neues Jahr planen. Auch im Hinblick auf mein Online-Buissnes, meine Coaching und Kurs-Angebote. Manches darf bleiben, manches darf sich verändern und Neues darf dazu kommen.

Und im Dezember ist natürlich Advent. Ich liebe den Advent und vieles was dazu gehört. Und das, was mir so oft zu viel war (Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern) wird es im diesem Jahr wieder nicht geben. Auch wenn es mich sehr betroffen macht, wie unsere Situation im Moment wieder ist, tut mir persönlich dieser Punkt gut.

Ich brauche auch im Advent Ruhe, Rückzug und Stille. Möchte dieses Jahr wenige Erwartungen an mich haben. Und nur das machen, was mir Freude macht. Gekaufte Kekse schmecken auch, wenn backen zu viel Stress macht. Und mal sehen, ob uns basteln in diesem Jahr gut tut.

Ich möchte in diesem Advent immer wieder bewusst darauf achten -Nein- zu sagen, zu jedem „Das macht man so“ und dafür -Ja- zu „Das mache ich so“.

Dir wünsche ich einen Advent, der dir gut tut. Mit so viel Rückzug oder Verbindung, wie es für dich richtig ist. Mit so viel Backen oder Basteln, wie es dir Freude macht. Mit -Neins- zu „Das macht man so“ -Jas- zu „Das mache ich so“. So wie es für dich richtig ist.

Herzliche Grüße, Judith

 

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