Wer mir schon länger folgt weiß, wie wichtig mir Verbindung ist. Verbindung ist eins unserer elementaren Grundbedürfnisse. Fehlt sie, geht es uns nicht gut.

Ich möchte ermutigen, immer wieder die Verbindung zu suchen. Zu sich selbst, zu anderen und zu unserem Schöpfer.

Als Mutter ist mir natürlich besonders die Verbindung zu meinen Kindern wichtig. Bei mehreren Kindern scheint es manchmal herausfordernd zu sein, sich Zeit für Verbindungsmomente mit jedem Kind zu nehmen.

Deshalb teile ich heute mit euch meine liebsten Verbindungsmomente mit meinen Kindern.

Gemeinsames Tun

Ich liebe es mit meinen Kindern gemeinsam etwas zu tun.

Ganz egal, ob es das gemeinsame Arbeiten im Garten ist, das gemeinsame Versorgen unsrer Kaninchen, das gemeinsame Kochen und Backen ist, oder etwas ganz anderes. – Das gemeinsame Arbeiten, das gemeinsame Tun, ist einer unsrer häufigsten Verbindungsmomente.

Ich nehme die Kinder häufig einfach mit in meinen Alltag. Frage, ob sie mir etwas helfen wollen. Oder eins der Kinder kommt von selbst und fragt, ob es beim Unkrautjäten oder Äpfel schneiden helfen darf.

Mein Jüngster und ich schneiden Äpfel fürs Apfelmus.

Ja. Vieles ist komplizierter, wenn ein oder mehrere Kinder mithelfen wollen. Vor allem, wenn das betreffende Kind noch etwas jünger ist.

Ja. Manches dauert auch länger, oder ist vielleicht nicht so „gut“ gemacht, als würde ich es selbst machen. (Mein Jüngster liebt es gerade Geschirr zu spülen. Ihr könnt euch das Ergebnis eventuell vorstellen. 😉)

Aber trotzdem lasse ich es zu. Fördere es. Und animiere die Kinder immer wieder dazu.

Die Kinder und ich genießen diese Zeit. Die Hände sind beschäftigt und der Kopf hat Zeit zum Nachdenken und Unterhalten. So entstehen immer wieder schöne und wertvolle Gespräche, die beim einfachen Zusammensitzen vermutlich nicht entstanden wären.

Und ganz nebenbei lernen die Kinder viel wertvolles fürs Leben. Wie man Apfelmus kocht zum Beispiel. Oder dass ich ihnen viel zutraue. Und dass sie etwas bewirken können.

Gemeinsames Lesen / Bücher anschauen

Und auch das gemeinsame Lesen oder auch nur Anschauen von Büchern war fast von Anfang an eine von mir und den Kindern geliebte Verbindungszeit.

Egal ob es das Betrachten von Bilderbüchern war, als sie ganz klein waren, oder das Vorlesen von dicken Büchern, als sie größer wurden. In jedem Alter genossen und genießen sie es, auf dem Sofa an mich gekuschelt in ein Buch einzutauchen.

Es gibt Bücher in unserem Haushalt, die kenne ich schon fast auswendig. Und andere, da entdecke ich gemeinsam mit den Kindern immer wieder Neues.

Bei uns werden regelmäßig schwere Taschen voll mit Büchern aus der Bücherei angeeschleppt. Zum Vorlesen lassen und teilweise mittlerweile auch zum selbst lesen.

Doch auch unser Ältester, der schon längst ein begeisterter Selbstleser ist, genießt noch die gemeinsame Zeit beim Vorlesen. Auch wenn sie seltener geworden ist.

Gemeinsame Zeit vor dem Einschlafen

Mein liebster Verbindungsmoment mit meinen Kindern ist aber tatsächlich die tägliche Einschlafbegleitung.

Und dafür bin ich vor allem deshalb so dankbar, weil diese Zeit über einen längeren Zeitraum die anstrengenste Phase des Tages war. Wie oft verzweifelte ich daran, dass ein Kind nicht einschlafen konnte und sehnte am oder im Bett des Kindes den Feierabend herbei.

Irgendwann hat sich etwas in mir verändert. Oder das Einschlafverhalten meiner Kinder hat sich verändert. Oder vermutlich beides.

Auf jedenfall konnte ich irgendwann die Chance erkennen, die ich (fast) jeden Abend mit (fast) jedem meiner Kinder habe.

Fast deshalb, weil mein Mann in der Regel eins der Kinder ins Bett bringt. Und an ganz seltenen Abenden auch mal alle.

Ich genieße diese Zeit, die ich dadurch exklusiv mit jedem Kind einzeln haben. Wir kuscheln uns zusammen. Wir beten miteinander. Und meist beginnen meine Kinder noch von sich zu erzählen. Dinge, für die am Tag irgendwie keine Zeit oder kein Raum war.

Es gibt kaum eine Zeit, in der wir uns gegenseitig so viel Nähe geben. Und es gibt keine Zeit, in der ich mehr Liebeserklärungen bekomme.

Wenn das Kind neben dem ich liege eingeschlafen ist, bleibe ich oft noch ein wenig liegen. Und genieße die Nähe des Kindes, während ich noch etwas für mich mache. Etwas hören, lesen oder schreiben.

Weitere Verbindungsmomente

Über den Tag verteilt gibt es bei uns immer mehrere kleine Verbindungsmomente.

Manche ganz unscheinbar. Und doch so wichtig und wertvoll.

  • Das bewusste „Guten Morgen mein Schatz!“
  • Die bewusste Verabschiedung vor der Schule „Hab einen schönen Tag!“
  • Das bewusste „Herzlich Willkommen! Schön, dass du da bist!“, wenn ein Kind zurück kommt.
  • Das Lächeln, das wir austauschen.
  • Immer wieder ein kleiner Blick.
  • Berührungen, manchmal ganz kurz, manchmal lange und bewusst.
  • Gespräche, die zufällig entstehen, in Momenten in denen ich nicht damit gerechnet hätte.
  • Zuschauen bei dem, was meine Kinder gerne tun. (Zum Beispiel bei einem Fußball Spiel.)
  • Ein „Ich hab dich lieb!“ einfach so.
  • Und vieles mehr…

Diese kleinen Momente sind es oft, die das Besondere in unserer Beziehung ausmachen. Sie sind wie kleine Bindungs-Pillen, die meinen Kindern Sicherheit geben und die Gewissheit, dass sie geliebt und gewünscht sind.

Und du? Welche Verbindungsmomente hast du mit deinem Kind?

Ich freue mich, wenn du davon erzählst!

Herzliche Grüße,

Judith

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