Hast du ein Wort für das Jahr? Ein Motto, dass du bewusst über dein Jahr stellst? Das dich begleiten und leiten soll?

Ich hatte das im letzten Jahr das erste Mal so wirklich bewusst. Mein Motto, das ich über mein Jahr 2021 stellte war: „Leben darf leicht sein. MEIN Leben darf leicht sein.“

Im Dezember habe ich meinen Jahresrückblick 2021 geschrieben. Und während ich geschrieben habe, während ich mein Jahr reflektiert habe, während ich über die Leichtigkeit in meinem Leben nachdachte, entstand in meinem Herz ein neues Wort.

FÜLLE

Und dieses Wort steht jetzt über meinem Jahr 2022. Als ich es im Dezember gewählt habe, wusste ich noch nicht so wirklich warum. Aber ich spürte: Das wonach ich mich sehne ist Fülle. Fülle in meinem Leben. In meinem Alltag. In meiner Familie. In meinen Beziehungen. In meiner Arbeit. In mir.

Und jetzt darf ich nach und nach ein wenig mehr begreifen, was diese Fülle für mich bedeutet. Und was ich brauche, damit Fülle in mein Leben kommt.

Meine Sehnsucht nach Fülle

Ja. Ich sehne mich nach Fülle. Schon immer.

Ich habe mich schon mein ganzes Leben lang nach „mehr“ gesehnt. War nie zufrieden mit „ein bisschen“. Ich wollte tiefe Beziehungen, anstatt flüchtige Bekanntschaften. Wollte die Dinge durchdringen, anstatt sie nur oberflächlich zu betrachten. Wollte das Leben bewusst erleben, mit all meinen Sinnen, anstatt nur irgendwie vom Leben gelebt werden.

Und auch in all den Bereichen, in denen ich mich eingebracht habe, in denen ich mitgearbeitet habe, in denen ich ein Teil war, gab ich mich nie mit „ein bisschen“ zufrieden. Ich wollte mehr. Mehr Tiefgang in den Angeboten für Jugendliche in der Gemeinde. Mehr Tiefgang in den Gottesdiensten. Mehr Tiefgang in meinem Hauskreis. Mehr Tiefgang, mehr Leidenschaft, mehr Freude, mehr Fülle.

Mehr. Fülle.

Und mit dieser Sehnsucht nach Mehr, dieser Sehnsucht nach Fülle, fühlte ich mich so oft falsch. Unverstanden. Unzufrieden. Unpassend.

Also habe ich versucht sie zu verstecken, zu vergraben, zu verleugnen. Versuchte mich zufrieden zu geben mit dem was war, mit dem was ist, mit dem was ich habe.

Und das Interessante ist: In so vielem bin ich tatsächlich schon immer zufrieden mit dem was ich habe. In materiellen Dingen bin ich einfach zufrieden und kann das Streben nach Mehr in unserer Welt so oft nicht wirklich nachvollziehen.

Aber in anderen Dingen eben nicht. In den Dingen, die nicht sichtbar sind und doch so real in mir und zwischen uns bin ich nicht einfach so zufrieden. Hier sehne ich mich nach mehr. Hier sehne ich mich nach Fülle.

Fülle in meinen Gedanken, Fülle in meinen Gefühlen, Fülle in meinem Glauben, Fülle in meinem Tun, Fülle in meinen Verbindungen, Fülle in meinen Plänen.

Und ich durfte erkennen und verstehen: Wenn ich diese Sehnsucht nach Fülle in mir verstecke und verleugne, dann verstecke und verleugne ich einen sehr wichtigen Teil von mir. Und ich durfte erkennen und verstehen, dass meine Sehnsucht nach Fülle richtig ist, seinen Sinn und seinen Grund hat.

Ich glaube daran, dass meine Sehnsucht nach Fülle bewusst in mich hinein gelegt wurde.

Erfüllt leben – Er füllt Leben

Ich glaube daran, dass mein Schöpfer mich genau so gewollt und gemacht habe wie ich bin. Mit meiner Sehnsucht nach Mehr. Mit meiner Sehnsucht nach Fülle.

Und ich glaube, dass diese Sehnsucht nach Fülle in jedem von uns ist. Ja, in manchen mehr und in manchen weniger. Aber sie ist da. Und wir dürfen ihr Raum geben.

Und ich glaube auch daran, dass dieser Schöpfer uns Fülle schenken will. Dass er unser Leben füllen und erfüllen will.

Es gibt einen Satz in der Bibel, den ich sehr liebe. Ein Satz, den Jesus sagt. „Ich will euch Leben bringen, Leben in ganzer Fülle.“

Das, wonach ich mich sehne, wurde mir hier versprochen: Fülle. Leben in Fülle. Erfülltes Leben.

Und das ist auch das, was ich erlebe in meinem Leben. Und was ich immer mehr erleben will. Wenn ich in der Verbindung mit meinem Schöpfer lebe, erlebe ich Fülle. Wenn ich das lebe, was er in mich hineingelegt hat, erlebe ich Fülle. Und je mehr ich wahrnehme, wie wunderbar die Schöpfung ist, erlebe ich Fülle.

Wenn ich in der Fülle wandle, bekomme ich Lebensmut.

Fülle ist das, worauf mein Leben ausgerichtet ist. Fülle ist das, was mich und mein Leben bewegt.

Das durfte ich Anfang Januar in mitten in meinem Einführungsseminar zu „Beratung, Seelsorge und Individualpsychologie“ vom ICL noch einmal neu entdecken. In einer Praxisübung machten wir uns auf den Weg, um unseren Code für Lebensmut zu entdecken.

Welche Wahrheit schenkt mir Mut? Welche Wahrheit brauche ich, wenn ich entmutigt bin? Und da war er plötzlich. Dieser Satz.

„Wenn ich in der Fülle wandle, bekomme ich Lebensmut.“

Ja. Das, was ich brauche, um Mut zum Leben zu haben ist Fülle. Das wonach ich mich sehne, wenn ich entmutigt bin, ist Fülle. Und das, was ich erlebe, wenn ich voller Zuversicht und Mut meinen Weg gehe, ist Fülle.

Und diese Fülle hat nichts mit meinen äußeren Umständen zu tun. Ich darf in der Fülle wandeln, egal wie meine Umstände sind. Diese Fülle hat nichts mit Gesundheit zu tun, nichts mit Materiellem oder Finanzen, nichts mit Äußerlichkeiten. Diese Fülle finde ich in der Schönheit der Natur, in der Schönheit der Musik, in der Gegenwart meines Schöpfers, im Lachen meiner Kinder, in der Stille in mir. Für diese Fülle darf ich mich bewusst öffnen, nach ihr suchen, sie empfangen. Gerade wenn ich mutlos bin. Denn durch sie bekomme ich Lebensmut.

Jetzt, in diesem Moment in dem ich diesen Text schreibe, fühlt sich mein Körper so schwach an, wie schon lange nicht mehr. Mein Körper ist kraftlos, ohne Energie. Und doch erlebe ich eine Fülle, wie seither selten in meinem Leben. Denn es ist eine Fülle, die nicht von meinen äußeren Umständen abhängt.

Ich darf entdecken, dass es viel damit zu tun habe, wie ich mit meiner Schwäche umgehe, ob ich darin Fülle erlebe, oder nicht.

ja. Ein Schlüssel für mich für ein Leben in Leichtigkeit und Fülle ist der Umgang mit meiner Schwachheit.

Ich weiß. Ich wirke bei dem was ich schreibe, als könnte ich das wunderbar. Ich schreibe über Schwäche und Erschöpfung und Energielosigkeit. Alles kein Problem. Und trotzdem: In meinem Alltag merkt mir das niemand an. Wenn Menschen mir begegnen spüren sie nicht, wenn ich erschöpft bin, oder wenig Energie habe. Seither.

Denn ich beginne in kleinen Schritten loszulassen. Und die Wahrheit wirklich zu erkennen. Ich darf schwach sein. Ich darf mich schwach zeigen. Ich darf in meiner Schwachheit authentisch sein. Und: ich darf nicht nur darüber reden und schreiben. Ich darf es leben. Jetzt. In diesem Moment, in dem es mir so geht.

Ich darf sein wie ich bin. Jede/r darf merken, ob ich gerade schwach oder stark bin. Ich darf authentisch sein. Immer. Egal wie es mir geht. In meinen Blogartikeln, auf social Media und im „echten Leben“. Ich wünsche dir so sehr, dass du das auch weißt!

Dies zu verstehen und anzunehmen bewirkt gerade tatsächlich, dass sich mein Leben leicht und erfüllt anfühlt.

Verrückt. Mitten in der größten Erschöpfung erlebe ich Leichtigkeit und Fülle. Und ich spüre: Das ist meine Aufgabe. Das ist ein Grund, warum ich schon wieder in dieser körperlichen Erschöpfung stecke. Mein Körper weist mich liebevoll darauf hin, dass ich das lernen darf.

Fülle und meine Wünsche

Fülle – das ist es, wonach ich mich sehne. Und das ist es, wohin mich mein Jahr 2021 hingeführt hat. In die Fülle. Und davon will ich mehr.

Aus diesem Motto kommen auch meine wichtigsten Wünsche für dieses Jahr:

💛 Ich wünsche mir, dass ich mein Herz (noch mehr) für die Fülle öffnen kann. Für die Fülle des Lebens. Die Fülle der Schöpfung. Die Fülle an Schönheit um mich herum.

💛 Ich wünsche mir, dass ich die Fülle Gottes in meinem Leben erlebe. Immer mehr. Dass ich erlebe, wie er mein Leben füllt, wie er meine Sehnsucht erfüllt.

💛 Ich wünsche mir tiefe Verbindung zu mir und anderen Menschen. Meinen Kindern, meinem Mann, den wunderbaren Frauen, die ich in diesem Jahr kennen lernen durfte. Und auch das bedeutet für mich Fülle.

💛 Ich wünsche mir, dass mein Business wächst und ich auch da Fülle erleben darf. Und dass ich dadurch immer mehr Frauen in die Verbindung begleiten darf. Und dadurch auch hin zur Fülle.

Ich freue mich, dass du meine Worte hier liest. Und dadurch du Teil dieser Fülle wirst. Und wir dadurch miteinander in Verbindung sind.

Herzliche Grüße, Judith

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