Heute ein Tag mit Schule, krankem Kind und müder Judith. Und ein Tag mit Dankbarkeit.

Mein Wecker weckt mich um 6 Uhr. 5 Minuten später stehe ich auf. Das Haus ist noch still. Alle Kinder schlafen. Unten hat mein Mann schon Feuer gemacht. Und sitzt schon mit dem aufgeklappten Laptop vor dem Feuer. Ich sage „Guten Morgen“ und verschwinde im Bad. Ich brauche Ruhe und meine warme (und danach kalte!) Dusche.
Nach der Dusche und dem ruhigen Start allein fordern meine Kinder meine Aufmerksamkeit. Ich sortiere wer mich wann für was braucht und setze mich mit ihnen an den Frühstückstisch. Zum Frühstück gehört nicht nur Haferbrei und Kaffee, sondern auch ein Corona-Test.
Meine Mittlere klagt über Halsschmerzen und Schnupfen. Wir beschließen, dass sie Zuhause bleibt. Da mein Mann heute im Home-Office ist, kann ich trotzdem zur Schule gehen. Ich bin dankbar, dass ich nicht umplanen muss.
Der Große ist im Bus Richtung Schule unterwegs. Mein Mann bringt den Jüngsten in die Kita. Meine Mittlere liegt auf dem Sofa und hört „Mira und das fliegende Haus„. Und ich kann mir noch Zeit für einen Kaffee in Ruhe nehmen.
Auf geht’s in Richtung Schule. Mit wenig Energie. Und trotzdem mit Zuversicht, dass es ein guter Tag wird.
Heute bin ich als Inklusions-Lehrerin in der Grundschule. 3 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind hier in der vierten Klasse. Jeden Mittwoch bin ich da und unterstützte sie.
Meine körperliche Energie ist für den Vormittag zu wenig. Das war mir vorher schon bewusst. Und trotzdem habe ich mich bewusst entschieden zu gehen. Nach dem Unterricht setze ich mich erstmal auf eine Bank in die Sonne. Ich atme in Ruhe. Und warte bis genug Energie für die Heimfahrt da ist.
Zuhause hat mein Mann schon das Mittagessen gemacht. Ich bin dankbar. Und müde. Und lege mich nach dem Essen hin. Mittagspause.
Leider nur kurz. Um 14 Uhr habe ich Dienstbesprechung. Aufgrund der Inzidenz-Zahlen online. Ich bin dafür heute dankbar. In Präsenz hätte ich das heute nicht machen können. So liege ich auf dem Sofa und höre zu, was das Schulamt sich für die nächste eventuell kommende Schulschließung überlegt hat. 😏
Nachmittagsprogramm meiner kranken Mittleren gemeinsam mit dem Jüngsten: „Sendung mit dem Elefanten“. Ich kuschel neben ihnen auf dem Sofa und lese auf Facebook und Instagram. Beantworte Nachrichten und entdecke neue Beitragsanfragen zu meiner Facebook-Gruppe. Erstaunt lese ich, dass sie mich in einem Focus-Artikel kennen gelernt haben. Ich befrage Google…
Und entdecke, dass Focus-Online tatsächlich den Artikel von mir, den ich ich für das Family-Magazin geschrieben habe veröffentlicht hat. Kurzes (oder langes?) Emotionschaos: 😳😅😱🤩😲💃 (Wenn du neugierig bist, kannst du ihn hier lesen.)
Mein Tag endet mit meinen wunderbaren Buddys. Das sind Momente, in denen ich dem Internet so dankbar bin. Ich hätte keine Kraft mehr gehabt irgendwo hinzugehen. So konnte ich mir liebe Menschen in mein Wohnzimmer holen.

Jetzt liege ich im Bett und überlege, wofür ich heute dankbar bin.

Ich bin dankbar, dass ich mein Leben im Moment so sehr genieße, obwohl es viele Herausforderungen gibt. Ich bin dankbar, dass ich so glücklich bin, obwohl es mir körperlich schon seid Wochen nicht gut geht. Ich bin dankbar, dass ich in Verbindung mit mir bin. Und mit anderen Menschen.

Und ich bin dankbar, weil all das nicht selbstverständlich für mich ist. Und mir zeigt, wie viel sich in mir verändern durfte.

Herzliche Grüße, Judith

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