Immer wieder am 12. Tag jeden Monats nehme ich euch -wie viele andere BloggerInnen auch- mit hinein in unser Leben. Und zeigen euch anhand von 12 Bildern ein Stück unseres Alltags. Gesammelt werden diese Beiträge dann bei „draußen nur Kännchen“. Schau da gerne mal vorbei.

Mein Tag heute begann sehr entspannt, wurde dann sehr herausfordernd und endete mit Dankbarkeit. Wir sind in Süddeutschland gerade mitten in den Sommerferien. Und gestern kamen wir mit unserem Wohnwagen zurück von der Zeltstadt, eine christlichen Camping-Freizeit.

Heute war also ein „Übergangs-Tag“. Zurück in den Alltag. Abschied nehmen von dem was war. Zuhause ankommen Wohnwagen ausräumen und putzen. Wäscheberge und müde Kinder.

Übergänge sind hier oft herausfordernd. Das weiß ich mittlerweile. Und kann deshalb sehr viel besser damit umgehen wie noch vor ein paar Jahren.

Aber jetzt beginne ich erstmal ganz am Anfang. Am Morgen. Zwei der Kinder haben heute sehr lange geschlafen. Sie müssen eindeutig Schlaf nachholen. Der Jüngste ist schon früher wach, spielt aber direkt nach dem Aufstehen allein in seinem Zimmer Playmobil.

Mein Mann und ich dürfen deshalb den Tag zu zweit mit Kaffee auf dem Sofa starten.

Kaffee zu zweit allein am Morgen. Eine Seltenheit für die ich deshalb umso dankbarer bin.

Wir genießen den Tagesbeginn auf dem Sofa. (Ein Sofa ist nach einer Woche Camping echt was Tolles.)

Danach besteige ich den Wäscheberg und packe den ersten Schwung in die Maschine.

Wenn ich die Wäscheberge nach dem Urlaub sehe, bin ich jedesmal so dankbar für die Erfindung der Waschmaschine.

Mein Mann muss morgens direkt zum Arzt und ich frühstücke zusammen mit meinem Jüngsten. Der Einzige, der schon wach ist. Er genießt es, dass er seine Mama ganz für sich hat und nutzt die Zeit um sich vorlesen zu lassen und mit mir zu spielen.

Asterix-Comics werden von ihm extrem geliebt.

Irgendwann stehen auch die anderen zwei Kinder auf. Mein Mann kommt von Arztbesuch und einkaufen zurück.

Es wird gefrühstückt, Einkäufe verträumt, Wohnwagen ausgeräumt, über Langeweile geklagt, nach Handyzeit gefragt.

Unser Zuhause während der Zeltstadt.

Heute ist es für unsere Kinder herausfordernd etwas zu finden, was sie gerne machen. Immer wieder gibt es Streit. Immer wieder wird nach Handyzeit gefragt. Immer wieder wird über Langeweile geklagt. Die Stimmung ist durchwachsen. Der Übergang fällt schwer.

Ich versuche mir zwischen all den nach-Urlaubs-Aufgaben bewusst Zeit für jedes Kind zu nehmen.

Meine Tochter wünscht sich Hilfe bei einer Bastel-Idee.

Am Ende des Vormittags spüre ich meine Erschöpfung deutlich. Mein Körper fordert Ruhe. Und ich bin wie so oft sehr dankbar für unsere Mittagspause nach dem Mittagessen.

Ein paar Minuten liegen. Augen zu. Atmen. Mich spüren. Zur Ruhe kommen. Auftanken.

Ich nehme mir noch ein wenig Zeit für Facebook. Ich lese was in den Tagen, in denen ich offline war, in meiner Gruppe los war. Es freut mich so sehr, dass der Raum den ich da anbiete von so vielen genutzt wird. Und ich freue mich über das Miteinander und den Halt, den sich die Mitglieder gegenseitig geben. Ich lese und reagiere und nehme mir vor die nächsten Tage auf all die Fragen zu antworten.

Meine Facebook-Gruppe „In Verbindung leben“.

Wenn du noch nicht Teil meiner Gruppe bist, lade ich dich ganz herzlich ein dazu zu kommen. Hier geht´s lang.

Danach wird der Wohnwagen geputzt. Die Stimmung ist angespannt. Erst will keiner helfen. Dann wird sich um Sprühflaschen und Lappen gestritten. Irgendwie schaffen wir es, dass am Ende der Wohnwagen sauber und die Stimmung friedlich ist.

Zwei fleißige Helfer

Die Stimmung ist heute durchwachsen. Der Übergang herausfordernd. Die zu langen Abende spürbar.

Deshalb dürfen die Kinder YouTube schauen. (Damit es keinen Streit gibt auf zwei Tablets verteilt.) Und mein Mann und atmen bei einem gemeinsamen Kaffee kurz durch.

Füße hoch, Tasse in der Hand, Kaffee-Duft riechen.

Mein Mann bringt den Wohnwagen weg zu seinem Stellplatz. Und ich merke, dass alles in mir nach Ruhe schreit. Meine Erschöpfung kommt mit voller Wucht. Es ist klar, dass der Tag zu viel für mich ist. Die Stimmung zwischen den Kindern ist aber explosiv. Also bin ich da. Begleite. Spiele mit ihnen.

Ja. Obwohl mir mein ganzes System deutlich sagt, dass ich Pause brauche. Obwohl meine Kraftresserven verbraucht sind. Obwohl ich meine Grenzen deutlich spüre, trete ich innerlich zurück. Und bin für meine Kinder da. Und ich bin dankbar, dass das geht. Und weiß genau, das geht nur, weil ich in meinem Alltag jeden Tag sehr gut auf mich, meine Bedürfnisse und Grenzen achte. Und weil ich weiß, dass ich jeden Tag neu so gut wie möglich für mich sorge.

Ich bin nicht mehr im Mangel. (Und das war ich viele meiner Mama-Jahre.) Und deshalb kann ich mich heute zurück nehmen, wenn es nötig ist.

Mein Körper streikt. Aber ich bin da und begleite meine Kinder vom Sofa aus.

Der Abend ist wie der Rest des Tages – durchwachsen. Und ich bin so dankbar, dass das für mich ok ist. Dass ich das annehmen kann. Dass ich meine Kinder begleiten kann. Ohne Groll. Ohne Frust. Sonden in Liebe. Das ist nicht selbstverständlich. Und war nicht immer so.

Jetzt sitze ich draußen auf meiner Bank. Neben mir mein ältester Sohn. Und tippe meine Gedanken zu diesem Tag. Alltag. Übergangs-Tag. Teilweise zäh. Teilweise herausfordernd. Und immer wieder schön.

Mein Arbeitsplatz für heute Abend.

Mittlerweile sitze ich im Dunkeln. Höre das laute Zirpen der Grillen. (Ist es nicht unfassbar, wie laut diese winzigen Tiere sind?) Spüre meinen Tag noch einmal nach. Und entscheide mich für Dankbarkeit.

Dankbar für einen neuen Tag, der mir geschenkt wurde, einfach so. Dankbar für meinen Mann, den ich liebe und von dem ich geliebt werde. Dankbar für drei gesunde Kinde, die mich immer wieder mit ihrer Liebe überschütten. Dankbar für unser Haus und unseren Garten. Dankbar, dass wir ein Zuhause haben, in das wir zurück kommen dürfen. Dankbar für die Zeltstadt, die hinter uns liegt. Dankbar für all das, was wir erleben durften. Dankbar, dass ich erfüllt bin mit Freude und Dankbarkeit. Dankbar, dass ich leben darf.

Und für was bist du heute dankbar?

Herzliche Grüße, eure Judith

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