Stell dir vor, du beobachtest deine fröhlich spielenden Kinder. Oder du triffst eine Person, die du sehr magst. Oder du denkst an etwas Schönes. Was passiert dann in deinem Gesicht? Genau: Du lächelst. Immer wieder verziehen sich die Muskeln in unserem Gesicht und wir lächeln. Manchmal ganz leicht. Manchmal richtig breit. Und manchmal steigert es sich zu einem lauten Lachen.

Übrigens – kleiner Fun-Fact: Mir wurde schon öfters nach einer Veranstaltung oder einem Gottesdienst beim Begrüßen gesagt „Ich wusste schon, dass du da bist. Ich habe dich lachen gehört.“ Lange Zeit war mir das unangenehm und peinlich. Mittlerweile finde ich es wunderbar.

Aber warum eigentlich? Warum lächeln und lachen wir? Was löst dieses Lächeln aus und was bewirkt es in uns?

Diesen Fragen möchte ich in meinem Artikel hier nachgehen.

Warum lächeln wir?

Zu der Frage, warum wir lächeln, gibt es vor allem zwei Theorien:

Eine Idee sagt, dass Lächeln ein angeborener, in uns angelegter Ausdruck unserer Emotionen ist. Die andere Idee sieht Lächeln als ein gelerntes Mittel der Kommunikation, dass sich nach und nach entwickelt hat.

Für die zweite Theorie spricht, dass wir Menschen öfters lächeln oder lachen, wenn wir uns über etwas freuen, wenn andere Menschen dabei sein, als wenn wir alleine sind.

Aber wir lächeln nicht nur in Gesellschaft. Gerade wenn man Kinder dabei beobachtet, wie sie tief ins Tun versunken sind und die Menschen um sich herum nicht mehr wahrnehmen, kann man immer wieder sehen, wie ein Lächeln auf ihrem Gesicht ist, dass nichts mit einer anderen Person zu tun hat.

Vielleicht haben beide Theorien recht. Und das Lächeln ist ein Ausdruck von Freude, der zu uns Menschen gehört und zusätzlich lernen wir von klein auf, dass dieser Ausdruck von anderen gern gesehen wird.

Denn von Anfang an erfahren Kinder: Wenn ich lächle, lächelt mein Gegenüber zurück. Wenn ich lächle, sind die Menschen freundlich zu mir. Wenn ich lächle, werde ich berührt, gestreichelt, in den Arm genommen. Und das schöne Gefühl, dass das Lächeln auslöst, wird von der Reaktion des Gegenübers verstärkt.

Was passiert beim Lächeln in unserem Körper?

Je mehr ich mich mit unserem Körper und damit, wie er funktioniert beschäftige, desto mehr staune ich darüber. Für mich ist unser Körper ein Wunderwerk aus der Hand eines genialen Schöpfers.

Alles ist miteinander vernetzt, so vieles bedingt sich gegenseitig, ständig kommuniziert unser Gehirn mit verschiedenen Muskeln. Zum Beispiel eben auch mit unseren Gesichtsmuskeln.

Wenn wir etwas Schönes sehen, wenn wir verliebt sind, wenn wir uns über etwas freuen oder wenn wir uns einfach wohl fühlen, sendet unser Gehirn Signale an die Muskulatur in unserem Gesicht. Und ganz unbewusst und ohne unsere Anstrengung beginnen wir zu lächeln.

Aber auch in die andere Richtung funktioniert diese Vernetzung. Wenn du deine Mundwinkel ganz bewusst nach oben ziehst um zu lächeln, senden deine Gesichtsmuskeln dem Gehirn das Signal, dass du glücklich bist. Beim Lächeln drücken nämlich Muskeln auf bestimmte Nerven, die nur bei diesem Gesichtsausdruck stimuliert werden. Und diese Nerven leiten dann ein Signal an die Amygdala, dem Emotionszentrum unseres Gehirns mit der Botschaft: „Ich lächle. das bedeutet es geht mir gut!“ Und das selbst dann, wenn wir das in diesem Moment gar nicht so empfinden.

Ein bewusst hervorgerufenes Lächeln (ohne emotionalen Auslöser) stimuliert das Emotionszentrum unseres Gehirns also genau so, wie ein unwillkürliches, spontanes Lächeln, das ein freudiges Erlebnis oder einen schönen Gedanken als Auslöser hat. Und wird das Emotionszentrum auf diese Weise stimuliert, werden Glückshormone ausgeschüttet.

Wir lächeln also nicht nur, weil wir glücklich sind. Wir werden auch glücklich, wenn wir lächeln.

Weitere gute Gründe um zu Lächeln

Und es gibt noch mehr Gründe, warum Lächeln eine gute Idee ist. Ich möchte hier ein paar davon noch kurz auflisten:

  • lächeln entspannt
  • es stärkt das Immunsystem
  • senkt das Schmerzempfinden
  • macht uns leistungsfähiger
  • steckt an
  • und ein lächelndes Gesicht sieht einfach wunderschön aus.

Wenn du dir selbst im Spiegel zulächelst, bewirkt das Lächeln außerdem eine wunderbare Verbindung zu dir selbst.

Also: Hast du heute schon gelächelt? Wenn dich lade ich dich jetzt ein es zu tun. Und nachher noch einmal. Und dem nächsten Menschen, der dir begegnet, könntest du einfach anlächeln. Mal schauen, was passiert.

Übrigens: Da das Lächeln so wichtig für uns Menschen ist, gibt es sogar einen Welt-Lächel-Tag . Er ist immer am ersten Freitag im Oktober.

Herzliche Grüße, Judith

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