Meine Blogger-Freundin Wiebke Schomaker von Starke Sprache hat eine Blogparade ins Leben gerufen mit dem Thema: Meine besten Tipps, um das Selbstwertgefühl von Kindern zu stärken. In ihrem Aufruf schreibt sie: „Als Mutter ist mein größter Wunsch: Ich will meinen Kindern ein starkes Selbstwertgefühl mit auf den Weg geben. Aber wie? Kann ich das überhaupt?“ Und auch mir selbst ist es wichtig, dass Selbstwertgefühl meiner Kinder stärken zu können.

Findest du dich darin wieder? In dem Wunsch, dass deine Kinder ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln? Und der Frage, was du dazu beitragen kannst?

Das Thema Selbstwertgefühl beschäftigt mich immer wieder. Für mich selbst, für meine Kinder und auch für die Frauen, die im Coaching zu mir kommen.

Viele von ihnen stehen nämlich immer wieder (in unterschiedlichen Varianten) vor der Frage, was sie eigentlich wert sind oder wann sie wertvoll sind.

Und natürlich ist es mir wichtig, dass meine Kinder ein starkes Selbstwertgefühl haben. Und dass ich mit dazu beitrage, dass sie mit dem Wissen, dass sie wertvoll sind durchs Leben gehen.

In diesem Artikel will ich deshalb darauf schauen, was ein gutes Selbstwertgefühl überhaupt ist, wie es sich entwickelt, wie wir unsere Kinder darin unterstützen können und was das mit unserem eigenen Selbstwertgefühl zu tun hat.

Ein „starkes Selbstwertgefühl“ – was ist das eigentlich?

 

Selbstwertgefühl. Selbst, Wert, Gefühl. Ich selbst habe ein Gefühl, was ich wert bin.

In der Psychologie wird Selbstwertgefühl definiert als die Bewertung die man von sich selbst, seinen Eigenschaften und Fähigkeiten hat. Es ist also ein subjektives Gefühl des eigenen Wertes.

Beeinflusst wird das Selbstwertgefühl davon, wie man sich jetzt, in diesem Moment wahrnimmt und davon, welches Bild man von sich in der Vergangenheit hat.

Und das Selbstwertgefühl wirkt sich direkt auf unsere Gedanken und Gefühle und dadurch auch auf unser Verhalten aus.

Von einem „starken“ oder „guten“ Selbstwertgefühl sprechen wir, wenn eine Person weiß was sie wert ist. Ganz unabhängig von dem was sie kann oder leistet.

Und „wissen“ ist hier ganzheitlich gemeint. Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl wissen das nicht nur mit ihrem Verstand. Sie fühlen das mit ihrem ganzen Sein und verhalten sich auch so.

 

Wie entwickelt sich unser Selbstwertgefühl?

 

Unser Selbstwertgefühl ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich durch viele Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen.

Das Selbstwertgefühl entwickelt und verändert sich mit und durch die Beziehungen, dir wir zu anderen Menschen haben.

Durch unsere Eltern, Geschwister, Erzieher*innen, Freunde, Lehrer*innen und allen anderen.

Am meisten Auswirkung auf unser Selbstwertgefühl haben dabei die engen Bezugspersonen. Ich kann also das Selbstwertgefühl meiner Kinder stärken. Oder eben auch nicht.

Diese Entwicklung ist nicht irgendwann fertig, sondern geht unser ganzes Leben weiter. Unser Selbstwertgefühl kann sich also immer wieder verändern und entwickeln.

Und: Im Laufe unseres Lebens können auch wir selbst immer mehr Einfluss nehmen auf unser Selbstwertgefühl. Vor allem wenn wir uns dessen bewusst sind.

 

Vier Tipps: Das Selbstwertgefühl meiner Kinder stärken.

 

Die Tatsache, dass die engsten Bezugspersonen den größten Einfluss auf die Entwicklung des Selbstwertgefühls haben und da diese Entwicklung nie beendet ist, bedeutet auch, dass wir unsere Kinder immer darin unterstützen können, ein starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Egal wie alt sie sind. Und wie genau können wir das jetzt machen?

1. Wahrnehmen.

Ein wichtiges Grundbedürfnis von uns Menschen ist es, wahrgenommen zu werden. Wirklich wahrgenommen zu werden. Als der Mensch, der wir sind. Als eigenständig Person.

Wir brauchen immer wieder Momente, in denen wir als Hauptsache wahrgenommen werden. Nicht nur als Nebensache. Oder sogar gar nicht.

Wann erfüllst du deinem Kind dieses Bedürfnis? Wann nimmst du es wirklich wahr? Wann bist du mit deiner Wahrnehmung ganz bei ihm?

Dein Kind wirklich wahrzunehmen benötigt nicht viel Zeit. Es benötigt Achtsamkeit. Und die können wir unseren Kindern immer wieder über den Tag verteilt kurz schenken.

Nehme dein Kind morgens nach dem Aufwachen wirklich wahr und zeige ihm das durch einen Blick, ein Wort oder eine Berührung.

Nehme dein Kind wirklich wahr, wenn es das Haus verlässt oder nach Hause kommt. Verabschiede und begrüße es bewusst.

Warum ist das wichtig? Weil das Kind dadurch merkt, dass es gesehen wird und dass es einen Unterschied macht, ob es da ist oder nicht. Und dadurch steigt sein gefühlter Wert.

2. Zeit nehmen.

Unsere Kinder wahrzunehmen braucht nicht viel Zeit.

Aber uns Zeit für unsere Kinder zu nehmen, trägt auch dazu bei, dass sie ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln.

Denn durch diese Zeit zeigen wir unseren Kindern deutlich, dass sie uns wichtig sind. Wir können ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie Menschen sind, mit denen andere gern Zeit verbringen.

Durch gemeinsame Zeit kann sich eine tiefe Verbindung entwickeln. Und eine positive Verbindung zu anderen stärkt das Selbstwertgefühl immer.

Für gemeinsame Zeit finde ich es besonders wertvoll, etwas zu finden, was sowohl dein Kind, als auch du gerne machst.

Unsere Kinder spüren es, wenn wir nur unwillig Zeit mit ihnen verbringen. Und das passiert leicht, bei Dingen, die wir nicht gerne machen.

Vielleicht hast du Lust dich einmal mit deinem Kind zusammen hinzusetzen und zu überlegen, was für Sachen es gibt, die ihr beide gerne macht.

3. Ernst nehmen.

Und auch diesen Punkt finde ich sehr wichtig.

Kinder werden in ihrem Alltag leider viel zu oft nicht ernst genommen. Und das bewirkt negatives für ihr Selbstwertgefühl. Denn, wenn ich nicht ernst genommen werde, dann bin ich wohl einfach nicht so wichtig, oder? Das ist auf jedenfall oft die (meist unbewusste) Schlussfolgerung.

Wir als Eltern können hier einen positiven Gegenpol bilden, indem wir unsere Kinder immer ernst nehmen. Ja. Immer.

Ihr Gedanken, ihre Träume, ihre Tränen, ihre Sorgen, ihre Schmerzen, ihre Ängste.

Ich weiß. Vielen von uns fällt das oft nicht leicht. Wir sind es von klein auf so gewohnt, dass Kindersorgen, Kinderschmerzen und Kinderträume nicht so ernst genommen werden, wie die von Erwachsenen.

Und vielleicht passiert dir das jetzt bei deinem Kind auch. Vielleicht ohne es zu wollen. Ich lade dich ein, da immer wieder bewusst darauf zu achten.

Denn indem wir uns das bewusst machen, sind wir auch in der Lage etwas daran zu ändern. Und das ist wunderbar und wertvoll für unsere Kinder.

4. In den Arm nehmen.

Eine Angebot, das wir unseren Kindern immer wieder machen können und das sich stark auf ihr Selbstwertgefühl auswirkt sind Umarmungen.

Berührungen allgemein haben so eine große Auswirkung auf unser Nervensystem und unsere Entwicklung. Und es ist so wunderbar das für unsere Kinder zu nutzen. Liebevolle Berührungen können unseren Liebestank so sehr füllen.

Und wenn wir bei einer Umarmung die drei anderen Punkte mit nutzen, dann hat diese Umarmung eine wunderbare Auswirkung auf das Selbstwertgefühl unsrer Kinder.

Wenn wir unser Kind wirklich wahrnehmen während der Umarmung und nicht nebenher an lauter andere Dinge denken. Wenn wir uns Zeit nehmen für die Umarmung und es nicht nur eine kurze flüchtige Berührung nebenher ist. Und wenn wir unsere Kinder bei der Umarmung ernst nehmen, also darauf achten wann sie eine Umarmung möchten, wie sie sie möchten und wie lang. Dann zeigen wir unserem Kind dadurch „Du bist mir wichtig. Du bist wertvoll für mich.“

Natürlich gibt es noch viel mehr, wie wir das Selbstwertgefühl unserer Kinder stärken können. Ich möchte mich in diesem Artikel jetzt erstmal auf die vier begrenzen.

Nein, einen letzten Punkt möchte ich noch ansprechen:

 

Gedanken für dein eigenes Selbstwertgefühl.

 

Ja. Auch dein eigenes Selbstwertgefühl hat Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl deiner Kinder.

Ich lade dich ein, einmal ganz ehrlich mit dir zu sein und dich zu fragen, wie dein Selbstwertgefühl ist. Fühlst du dich wertvoll? Fühlst du dich immer wertvoll? Oder ist dein Wert an Bedingungen geknüpft? Bist du zB nur wirklich wertvoll, wenn du bestimmte Dinge gut machst, wenn du etwas leisten kannst? Oder fühlst du dich weniger wertvoll wie andere Menschen?

All das wirkt sich auch auf das Selbstwertgefühl deiner Kinder aus. Warum?

Deine Kinder nehmen ganz genau wahr, wie du dich verhältst, wie du redest, wie du mit dir selbst umgeht. Und dadurch kreieren sie automatisch ihre Wirklichkeit.

Wenn du zB nach der Wahrheit lebst, dass du nur wirklich wertvoll bist, wenn du deine Aufgaben gut erledigst, dann wird das auch die Wahrheit deiner Kinder beeinflussen. Und du wirst ihnen (oft ganz unbewusst, ohne es zu wollen) genau das vermitteln, dass sie wertvoller sind, wenn sie ihre Aufgaben gut erledigen.

Wir leben unsere Wahrheit. Und zwar in aller Regel unbewusst. Und geben sie weiter.

Deshalb ermutige ich immer wieder dazu, immer wieder auf sich selbst zu schauen. Auf den eigenen Selbstwert. Und uns darum kümmern unseren eigenen Selbstwert zu stärken.

Das kannst du auf genau die selbe Art und Weise machen wie bei deinen Kindern. Indem du dich wahrnimmst, wirklich wahrnimmst wie es dir geht. Indem du dir Zeit nimmst für dich. Indem du dich ernst nimmst, dich, deine Gedanken und Gefühle, deinen Körper. Und indem du dich immer wieder in den Arm nimmst, in Gedanken und in echt. Und indem du dich immer wieder in den Arm nehmen lässt.

Für weitere Impulse für dein eigenes Selbstwertgefühl empfehle ich dir diesen Blogartikel von mir:

Selbstwert erkennen

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich es bei dem Thema Selbstwertgefühl sehr wichtig finde, mit Freude und Liebe darauf zu schauen. Ich bin davon überzeugt, dass du wertvoll bist. und deine Kinder auch.

Und jetzt bleibt mir nur noch Danke zu sagen an Wiebke für das wundervolle Thema für diese Blogparade. Und dir empfehle ich, noch in den anderen Beiträgen dort zu stöbern. Es lohnt sich!

Herzliche Grüße,

Judith

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