Am Ende jeden Monats nehme ich mir Zeit zurückzublicken. Was war in den letzen Wochen? Wo habe ich Fülle und Segen erlebt? Was war schwer, was hat mich herausgefordert? Was für Themen haben mich beschäftigt? Das Zurückblicken, mich erinnern und reflektieren hilft mir immer wieder mein Leben bewusster wahrzunehmen und zu leben.

Einen Teil meines Zurückblickens teile ich hier in meinem Blog. Diesen Monat mit Sommerferien-Gedanken, Zeltstadt-Erinnerungen und Ruhe-Suche. Ich wünsche dir eine gute Lese-Zeit.

Sommerferien-Gedanken

Alle Jahre wieder freue ich mich mit meinen Kinder, wenn wieder ein Schuljahr geschafft ist und die lang ersehnten Sommerferien da sind.

Und alle Jahre wieder merke ich, dass Sommerferien schön und anstrengend zugleich sind und ich mich ungefähr nach der Hälfte darauf freue, wenn durch den Schulstart wieder mehr Alltag, Struktur, Routinen und Klarheit zurück kehrt.

Und in Ferienzeiten, wenn die meiste Zeit des Tages mehrere Menschen in unserem Haus und Garten sind, merke ich auch jedesmal sehr deutlich, dass ich Menschen und Gemeinschaft zwar sehr mag, aber gleichzeitig Ruhe und alleine-Sein brauche um aufzutanken und mich zu erholen. Und deshalb freue ich mich darauf, wenn dann Mitte September der Morgen kommt, an dem alle wieder das Haus verlassen und ich ganz alleine mit

Lange Zeit habe ich mich deshalb falsch gefühlt, oder ein schlechtes Gewissen gehabt, oder gedacht ich würde meine Kinder nicht genügend lieben. Und ich bin dankbar, dass ich lernen durfte anzunehmen, dass beides zu mir gehört. Das Freuen auf und über die Ferien, auf Zeit mit den Kindern, auf weniger Struktur und mehr Freiheit. Und das gleichzeitige Sehnen nach Ruhe und Allein-sein und Struktur und Alltag. Beides sind Pole meiner Persönlichkeit und beides darf sein. Und heute weiß ich, dass es nichts über die Liebe zu meinen Kindern aussagt, wenn ich mich in intensiven Zeiten danach sehne mehr Ruhe und Zeiten ohne sie zu haben.

Und in Ferienzeiten hilft mir wie so oft die Gleichzeitigkeit. Ferien dürfen gleichzeitig schön und herausfordern sein. Ich darf sie lieben und mich darauf freuen und mich wenn sie dann auch auf ihr Ende und den Alltag freuen. (Der dann auch wieder schön und herausfordernd zugleich sein darf 😉

Deshalb freue ich mich über das Schöne, was in den Ferien war. Zeltstadt-Zeit als Familie, miteinander selbst gemachtes Eis im Garten essen, Zeit zu Hause und Ausflüge, gemeinsames Aufräumen und Aussortieren, viele Kinder im Garten und Übernachtungsbesuch, Filmabende und selbstgebackene Pizza.

Und ich lasse es zu und akzeptiere es, dass manche Tage mich herausfordern, dass wir alle manchmal voneinander genervt sind, dass es Streit gibt und Tränen, Unzufriedenheit und Überforderung und all das einfach zu einem Familienleben dazu gehört.

Zeltstadt-Erinnerungen

Wie schon erwähnt waren wir zu Beginn der Sommerferien wieder in der Zeltstadt auf der schwäbischen Nordalb. Und wie jedes Jahr waren diese Tage eine wunderbare Zeit. Zeltstadt bedeutet für mich kostbare Begegnungen, tiefe und intensive Lobpreis-Zeiten und wertvolle Impulse. Und ich gehe immer neu gefüllt und erfüllt nach Hause. Und gleichzeitig auch sehr müde von der intensiven Zeit mit vielen Menschen und dem vielen Empfangen und Geben.

Die Zeltstadt-Zeit ist für mich auch immer eine Zeit voller Erinnerung an das, was ich in den letzten Jahren hier schon alles mit meinem Gott erleben durfte. Und ich bin unendlich dankbar, wenn ich rückblickend erkennen kann, wie viel ich in dieser Zeit wachsen, reifen und heilen durfte.

In den ersten Jahren, in denen wir dort waren fühlte ich mich klein, leer und sehr bedürftig. Und ich durfte erleben, wie Gott Jahr für Jahr ein Thema für mich wichtig machte und mit seinem sanften Licht liebevoll und gleichzeitig klar auf meine dunklen Flecken und Ecken leuchtet. Ich durfte erleben, was passieren kann, wenn ich das zulasse, wenn ich gemeinsam mit ihm hinschaue, wenn ich Ja sage zu seinem Reden und Wirken. Ich durfte erleben was passiert, wenn ich ehrlich vor mir selbst und Gott und anderen bin und wenn ich mir für entscheidende Schritte Unterstützung von anderen suche, die betend mit mir hinschauen und hinhören und mich begleiten.

Und heute darf ich mich an all das mit dankbarem Herzen erinnern, darf erkennen, was für Früchte diese Schritte in mir und meinem Leben tragen, wie sehr mich all das geprägt und verändert hat und auch, dass diese Erfahrungen ein wichtiger Grundstein war für den Seelsorge-Dienst, den ich heute haben darf. Und gleichzeitig weiß ich, dass ich noch nicht fertig bin, dass es noch immer dunkle Flecken in meinem Leben gibt und ich darauf vertrauen darf, dass Gott sie mir nach und nach zeigen wird, wenn mein Herz offen ist für ihn und sein Reden und Wirken.

Es gibt eine Erinnerung, an die mich in diesem Jahr viele andere immer wieder erinnert haben, weil sie sie miterleben durften und selbst durch sie ermutigt wurden: Die Erinnerung an die Heilung, die ich vor zwei Jahren am letzten Abend der Zeltstadt erleben durfte. Und es war so wertvoll für mich, immer wieder von Menschen darauf angesprochen zu werden, die sich mit mir freuten, mit mir staunten, nachfragten wie es mir geht und wie das vor zwei Jahren genau war und dadurch diese Erinnerung und das was war nochmal mehr in mir wach gerufen haben.

Ruhe-Suche

Unser August-Thema in „dein Zuhause„, dem Mitgliederbereich von Cathrin Hoch und mir hieß „Eintreten in Gottes Ruhe“. Es gab diesen Monat eine kleine Challenge, bei denen wir die Frauen ermutigten, sich bis zu drei feste Zeitpunkte am Tag einzuplanen, eine der Übungen aus dem Mitgliederbereich zu nutzen, die ihnen helfen kann zur Ruhe zu kommen, Gottes Ruhe wahrzunehmen und in Gottes Ruhe einzutreten. Zum Beispiel ein Atemgebet, ein Körpergebet oder eine der anderen ganzheitlichen Gebetsübungen, die wir den Frauen regelmäßig vorstellen und mit an die Hand geben.

Ich bezeichne diese bewussten Ruhe-Insel gerne als Verbindungsmomente. Es sind Momente, in denen ich mir bewusst Zeit nehme, mich mit mir und mit meinem Gott zu verbinden und gerade diese Verbindung ist es, was mich am allermeisten in die Ruhe begleitet. Ich nehme mir dann zum Beispiel Zeit zum Innehalten und höre ein paar Atemzüge lang auf meinen Atem. Ich erlaube mir langsamer zu werden und mich wahrzunehmen. Und ich erinnere mich daran, dass Gott da ist und dass er voller Liebe auf mich schaut. Oder ich nehme mir Zeit mich bewusst zu strecken, zu dehnen und leicht zu bewegen und begleite die Bewegungen mit Worten aus einem Bibelvers und mache sie zu meinem Gebet. Und je regelmäßiger ich das mache, desto mehr begleitet mich diese Ruhe.

Und obwohl ich das weiß und erlebe, fiel es mir in diesem Monat sehr schwer. Durch die Ferien, die fehlende Struktur und die fehlenden verlässlichen Zeiten, war meine Routine, die ich eigentlich für mich gestaltet habe nicht da. Und bei fehlender Routine fällt es mir oft schwer das zu machen, von dem ich eigentlich weiß, wie gut es mir tut, obwohl ich es genau dann am meisten brauche. Manchmal hilft da nur Akzeptanz und Gnade mit mir selbst. Es gibt Zeiten, in denen falle ich raus aus dem, was mir gut tut und eigentlich fest verankert ist in meinem Alltag. Das ist so und ich darf dann gnädig mit mir sein. Und mich gleichzeitig immer und immer wieder an das erinnern, was mir gut tut. Und mir wann immer möglich kleine Momente ganz außerhalb von Struktur und Routine nehmen.

Falls du auch ab und zu einen Verbindungsmoment mit dir selbst und Gott brauchst, habe ich für dich eine Hördatei, die dich genau dazu anleitet und begleitet. Du kannst sie dir hier zuschicken lassen.

Ausblick auf September

  • Im September legen wir den Schwerpunkt in „dein Zuhause“ auf das Thema Bedürfnisse. Wir alle haben elementare Bedürfnisse, die uns immer wieder zeigen was wir brauchen und wo wir vielleicht einen Mangel haben. Und im Mitgliederbereich unseres Mitgliederbereichs gibt es verschiedene Impulse, Ideen und Übungen, wie wir (wieder) mehr lernen können unsere Bedürfnisse wahrzunehmen, ernstzunehmen und für sie zu sorgen, und was es bedeutet, dass wir einen Gott haben, der für all unsere Bedürfnisse sorgen will und kann, wie es in der Bibel steht. Falls dich das Thema anspricht melde dich gern bei mir oder schau hier auf unserer Seite vorbei.
  • Der Himmelsraum im September findet am 8.9. um 20Uhr statt. Der Himmelsraum ist ein Teil von „dein Zuhause“ kann aber auch als einzelne Veranstaltung gebucht werden. Es ist ein Raum für eine echte und ehrliche Begegnung mit dir selbst, mit Gott und mit anderen Frauen. Herzliche Einladung!
  • Im Gebetshaus digital Hope werde ich im September zwei Gebetszeiten leiten. Geplant sind das Morgengebet am 15.9. und am 29.9. jeweils um 9Uhr. Das Gebetshaus wird komplett über Spenden finanziert, du darfst also einfach so mal vorbeischauen. Und aktuell suchen wir noch weitere Spender, die unsere Arbeit unterstützen, falls dich das anspricht und du etwas geben möchtest freuen wir uns sehr. Sowohl die Infos zu den Gebetszeiten, als auch die Infos zum Spenden findest du hier.

Ich freue mich, wenn wir uns bei einem der Angebote oder bei Instagram in meiner Story sehen 🙂

Herzliche Grüße, Judith

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