Heute ist der 12. Juni und am 12. jeden Monats ist es schon seit Jahren ein Blog-Ritual von mir, dass ich bei 12von12 (initiiert von Caro von „Draußen nur Kännchen„) mitmache. Einmal im Monat nehme ich euch mit 12 Fotos mit hinein in meinen Alltag und teile meinen Tag und meine Gedanken mit euch. Und ich freue mich, wenn du hier bist und mitliest und vielleicht etwas findest, das dich ermutigt, inspiriert, zum nachdenken anregt oder erfreut.
Der 12.Juni ist ein kalter und nasser Tag, der sich viel mehr nach Herbst, als nach Früh-Sommer anfühlt. Und ein Tag, an dem mein Köper zyklusbedingt sehr wenig Energie, wenig Motivation und wenig Antrieb hat. Mittlerweile weiß ich, dass ich an so einem Tag besonders sanft und weich und achtsam und gnädig mit mir sein darf. Und dafür bin ich sehr dankbar, denn noch vor ein paar Jahren wurde ich dann eher unzufrieden und hart und nörgelig mit mir selbst, oder weinerlich und voller ungesundem Selbstmitleid. Und ich hatte keine Ahnung, was ich an so einem Tag eigentlich brauche. Heute weiß ich, dass ich dann achtsame Verbindung brauche. Verbundenheit. Vor allem mit mir selbst und Gott. Und Routinen, die mir gut tun. Und Langsamkeit. Und Dinge und ToDos einfach liegen zu lassen. Also erlaube ich mir heute genau das. Und bin dankbar, dass ich das lernen und für mich annehmen dufte. Und dich nehme ich ein bisschen mit hinein.
Der Tag startet mit einem Familien-Alltags-Morgen. Mit Kinder-ans-Aufstehen erinnern, ans Zähne-putzen erinnern und einen Teil auch an Medikamente, an Vesperdosen, Trinkflaschen und an was man sonst so alles denken muss erinnern an einem Schultag. Mit Kinderköpfe küssen und segnen, Kindern und meinen Mann in den Arm nehmen und verabschieden. Und mit Ruhe, die danach im Haus einkehrt und für die ich an diesem Tag sehr dankbar bin. Ich erinnere mich daran, dass mit heute Langsamkeit gut tut und nehme mir Zeit. Zeit zum Duschen, Zeit um mir mein Frühstück zu richten und das der anderen wegzuräumen, Zeit um alleine-mit-Gott zu frühstücken, die Losung zu lesen und zu beten. Und ich nehme mir Zeit für Dankbarkeit, trotzdem, oder gerade weil heute eine nasser, kalter, grauer Tag mit wenig Energie ist. Gerade an so einem Tag hilft mir Dankbarkeit meinen Blick auf das zu richten was gut ist und auf den, der es mir schenkt.

Bild 1: Frühstück mit Gott
Heute Vormittag habe ich einen Online-Termin, bei dem ich einfach nur dabei sein und mir selbst etwas Gutes tun darf. Den Körperworkshop „Bewegung meets Gebet“, den meine Freundin Cathrin Hoch leitet und der ein Teil unseres gemeinsamen Mitgliederbereichs „dein Zuhause“ ist. Unser Juni-Thema im Mitgliederbereich sind unsere Gedanken und wie wir einen bewussten und guten Umgang mit ihnen einüben können. Und bei unserem heutigen Treffen nehmen wir uns viel Zeit zum Körper-Wahrnehmen, sanften Bewegen und in-die-Weite-atmen. Und zum Gedanken-Wahrnehmen, Raum schaffen zwischen mir und meinen Gedanken und bewusst auf Jesus schauen.

Bild 2: „Bewegung meets Gebet“
Die Zeit tut mir gut und gleichzeitig merke ich, wie müde ich bin und wie wenig Energie mein Körper heute hat. Und ich erinnere mich daran, dass das ok ist. Noch vor zwei Jahren war mein Körper schwer krank und so Vieles, was heute möglich ist, war damals undenkbar. Und er darf auch heute noch schwache Tage haben und mir seine Grenzen zeigen. Das ist etwas, was ich mir immer wieder sagen darf, was ich immer wieder neu lernen darf zu akzeptieren. Um dann gleichzeitig dankbar auf das zu schauen, was gut ist und Gott mir durch seine Heilung geschenkt hat.
Danach mache ich mir einen Kaffee, wärme mein Dinkel-Kissen auf, setze mich mit einer Kuscheldecke auf den Boden und schicke einen Gruß hinaus in meine kleine Insta-Welt. Ich mag es, immer wieder meine Gedanken in meiner Story zu teilen, um andere zu ermutigen, zum Nachdenken anzuregen und an Verbindungsmomente zu erinnern. Und ich freue mich über jede Rückmeldung und über jeden Austausch, den ich mit den Menschen dort haben darf.

Bild 3: Ein später Insta-Morgengruß
Auch wenn es eigentlich Einiges zu tun gäbe, bleibe ich danach noch weiter sitzen und nehme mir Zeit, um mich wahrzunehmen und in meinen Körper hineinzuspüren, wie es mir geht und was ich kann und brauche. Da meine Energie noch immer sehr klein ist, entscheide ich mich fürs Sitzen bleiben und Bibellesen, bevor ich Mittagessen für meine Familie machen darf.

Bild 4: Bibellese-Zeit
Freitags kommen Mittags alle nach Haus und wir können als gesamte Familie zusammen Mittagessen. An den anderen Tagen hat immer eins der Kind länger Schule und ich freue mich darüber, dass wir einmal in der Woche alle zusammen mittags am Tisch sitzen können.

Bild 5: Familien-Mittagessen
Nach dem Mittagessen fahre ich ins Fitness-Studio. Meine Sauerstoff-Therapie (IHHT), die ich schon seit längerer Zeit mache, ist aus der kleinen Physio-Praxis umgezogen in ein neu eröffnetes Fitness-Studio in dem ich zusätzlich zur Sauerstoff-Therapie noch Training zum Muskelaufbau machen kann. Heute entscheide ich mich nur für eine kleine Runde Dehnen im Flex-Zirkel. Mehr Training wäre heute nicht gut und würde das Gegenteil von dem bewirken, was ich mir davon erhoffe.

Bild 6: Flex-Zirkel im Fitness-Studio
Die Sauerstoff-Therapie kann ich auf einem gemütlichen Sessel machen, mit geschlossenen Augen und ruhiger Lobpreis-Musik in den Ohren.

Bild 7: Pause bei der Sauerstoff-Therapie
Danach treffe ich mich mit meinem Mann im „alten Pfarrhaus“, dem CVJM-Haus bei uns im Dorf, zur Jungschar-Aufsicht und Ehe-Zeit. Unser Ältester leitet mit drei anderen Jugendlichen eine Jungschar und da sie alle noch keine 18 sind, sollte immer jemand Erwachsenen mit im Haus sein und mein Mann und ich haben uns ab und zu in die Liste eingetragen. Als ich komme hat er gerade Capucchino und Kuchen von unserem Dorf-Bäcker geholt und wir machen es uns zu zweit in einem der vielen Räume gemütlich. (Und bis auf die paar Momente, in denen ein paar Kinder während dem Verstecke spielen entweder auf der Suche nach einem guten Versteck, oder auf der Suche nach einem versteckten Kind zu uns in den Raum kommen, haben wir eine ruhige Ehe-Zeit zu zweit 😉

Bild 8: Ehe-Zeit während der Jungschar-Aufsicht
Zuhause decken wir zusammen den Tisch fürs Abendessen und haben nochmal eine gemeinsame Familien-Mahlzeit. Nach dem Essen ist eine so große Müdigkeit in mir, dass ich mich für einen Moment aufs Sofa lege, während der Rest der Familie zusammen den Tisch abräumt.

Bild 9: große Müdigkeit nach dem Abendessen
Mein Mann hat heute Abend eine Feuerwehr-Übung in der Grundschule, bei der die Kinder der Feuerwehr als zu-rettende-Kinder mitmachen dürfen, wenn sie möchten. Unsere zwei Jungs gehen mit (und der Jüngste wird mit der Drehleiter aus dem obersten Stock der Schule durchs Fenster „gerettet“). Unsere Tochter möchte lieber bei mir zuhause bleiben und wir nehmen uns Zeit, um miteinander zu malen. Ich lese uns zuerst den Juni-Impuls aus dem christlichen kreativ-Kurs vor, in dem ich bin. Es geht um das Thema „in Gottes Weite atmen“ und wir haben beide direkt Ideen, was wir malen wollen. Ich freue mich sehr über unsere gemeinsame Zeit und die entstandenen Kunstwerke. Vor allem weil meine Tochter bis vor kurzem noch der festen Überzeugung war, dass sie nicht malen kann und sich jetzt selbst so über das freut, was entsteht, wenn wir uns miteinander Zeit nehmen.

Bild 10: Mama-Tochter-Malen
Danach lese ich ihr noch aus ihrem Andachtsbuch vor.

Bild 11: Vorlese-Zeit
Und gehe danach mit einem Buch ins Bett und lese selbst noch ein wenig.

Bild 12: selbst-Lese-Zeit
Wie schön, dass du mich durch meinen Tag begleitet hast. Vielleicht hast du ja Lust, bald mal wieder hier vorbei zu schauen.
Herzliche Grüße, Judith


