„Ich habe auch noch eine Herausforderung“, schrieb kürzlich eine der Frauen (*) aus unserem Mitgliederbereich „dein Zuhause“ in unsere Gruppe, nach einem Zoom-Treffen, in dem wir unter anderem über Herausforderungen und Stolpersteine in unserem aktuellen Glaubensweg sprachen. „Ich habe so viel Gutes erlebt von Jesus hier im Zuhause und im Herzenszeit-Kurs. Und dann kommen doch wieder Rückfälle in alte, vermeintlich hinter sich gelassene Verhaltensmuster. Und dann fängt ein negativer Gedanken-Kreislauf an: Wie wenig ich vertraue, wie undankbar ich bin und ich sehe nur den Mangel und nicht die Fülle, die Gott doch versprochen hat.“
Ich finde es so kostbar, dass sie diese Herausforderung mit uns geteilt hat. (*Und ja, natürlich habe ich sie gefragt, ob ich ihre Worte hier zitieren darf.) Denn die Allermeisten von uns kennen das auf ihrem Glaubensweg immer wieder. Mir geht es auf jedenfalls so. Und vielleicht findest ja auch du dich darin wieder. Da erleben wir Großes mit Gott – und dann stolpern wir doch wieder, fallen in Altes, beginnen zu zweifeln und fragen uns warum. Ich nenne sie „Stolper-Zeiten“.
Mir liegt ehrliches Christ-Sein und ein ehrliches Teilen sehr am Herzen. Deshalb nehme ich euch in diesem Blogartikel mit hinein, in eine Stolper-Zeit auf meinem Glaubensweg, schaue mit euch in Stolper-Zeiten, die in den Bibel beschrieben werden und teile mit euch meine Gedanken, was in diesen Zeiten helfen kann. Ich wünsche dir eine gute Lese-Zeit und hoffe, dass dich meine Gedanken ermutigen dürfen.
Über Wunder, Glauben, Zweifel, Stolpern und Fallen
Früher dachte ich einmal, wenn ich nur irgendwann mal ein Wunder erleben würde, dann würde ich nie wieder zweifeln. Dann wäre für immer alles klar, mein Glaube sicher und standhaft und durch nichts mehr zum Wanken zu bringen. Dann würde ich nicht mehr stolpern und zurückfallen in alte Muster und alte Verhaltensweisen.
Mittlerweile bin ich ein paar Jahre älter und um ein paar Erfahrungen reicher, mein Glaube ist sehr viel reifer und tiefer und ich durfte tatsächlich ein großes Wunder erleben. Und trotzdem gibt es immer noch Momente und Tage, an denen ich Zweifel, Momente und Tage, an denen ich mich unsicher fühle und stolpere und falle. Und wenn ich mich ehrlich mit anderen austausche, dann höre ich immer wieder, dass ich damit nicht alleine bin, sondern es irgendwie vielen (oder sogar allein) immer wieder so oder so ähnlich geht. Aber warum eigentlich? Was passiert da in uns, wenn wir immer wieder zweifeln, stolpern und fallen, obwohl wir doch an einen guten und liebenden Gott glauben und schon so viel Gutes mit ihm erlebt haben? Und -die für mich noch wichtigere Frage- was hilft uns in diesen Zeiten immer wieder aufzustehen und neuen Halt zu finden? Und was gibt uns beim Stolpern Halt, so dass wir vielleicht immer weniger fallen?
Ein Wunder-Geschenk
Vor eineinhalb Jahren durfte ich tatsächlich ein großes Wunder erleben. Ein viel größeres, als ich es jemals erhofft hatte.
Ich war zweieinhalb lang schwer krank. Ich hatte PostVac und ME/CFS und mein Alltag war geprägt von Schmerzen, Schwäche und vielen Einschränkungen, bis hin zur Bettlägerigkeit. Und im August 2024 durfte ich erleben, dass ich nicht nur theoretisch an einen Gott glaube der heilen kann, sondern tatsächlich einen Gott habe der heilt. An diesem Abend beteten mehrere Menschen um Heilung für meinen Körper und ich habe wie noch nie zuvor erlebt und gespürt, wie Gottes Kraft durch meinen Körper floss und meine Zellen heilte und wiederherstellte. Am nächsten Tag konnte ich stehen und gehen und noch mehr gehen (davor war ich für alles, was über ein paar wenige Schritte hinausging auf einen Rollstuhl angewiesen) und am Abend hatte ich Muskelkater im ganzen Körper von der körperlichen Betätigung, die mein Körper nicht mehr gewohnt war.
Diese Heilung war ein wunder-volles Geschenk. Und in den nächsten Tagen und Wochen war ich immer wieder erfüllt von dankbarem Staunen und Freude. So oft kamen mir mitten im Alltag Tränen der Dankbarkeit, wenn Dinge wieder möglich waren, die für die meisten Menschen selbstverständlich und alltäglich waren. Wenn ich stehend in der Küche ein Essen zubereitete – im Bewusstsein, dass vor kurzem noch ein Schreibtischstuhl in der Küche stand, damit ich wenigsten im Sitzen ein bisschen etwas machen konnte. Wenn ich unter der Dusche stand – mit dem Blick auf dem Duschhocker, der außerhalb der Dusche stand, weil ich ihn nicht mehr als Sitzhilfe brauchte. Beim Einkaufen, beim Tanken, beim Spazierengehen, wenn ich meine zu einem Termin gefahren habe, meine Oma besucht habe, mich mit einer Freundin getroffen habe und … bei so vielen Tätigkeiten, die so lange nicht mehr möglich waren.
Und mein Glaube fühlte sich stark und fest und sicher an. Nicht nur durch das Wunder, dass ich erleben durfte. Sondern auch durch die tiefe Erfahrung, dass Gott in allem Leid da war und wie er mich in dieser schweren Zeit gehalten und getragen hatte. Und so schwer diese Zeit der Krankheit war (in der wir als Familie noch zusätzlich einige weitere Krisen zu bewältigen hatten), war sie dennoch eine kostbare Zeit für mich, in der ich so nah mit Gott war und so tiefe und so intensive Zeiten mit ihm hatte, wie noch nie zuvor. Gute Voraussetzungen also für einen standhaften Glauben, den nichts mehr zum Wanken bringt.
Neue und alte Herausforderungen
Und dann kam der Alltag mit all seinen alten und neuen Herausforderungen. Und bei aller Freude und Dankbarkeit, dass ich diesen Alltag wieder weitgehend selbstständig bewältigen konnte, kam nach und nach auch Gefühle des Alleingelassens und der Überforderung dazu.
Mein Leben war über Wochen und Monate hinweg auf des Wenigste reduziert worden. Ich war überwiegend zuhause. Und diese Zeit überwiegend im Bett, auf dem Sofa, oder auf der Gartenliege. Wir hatten eine Haushaltshilfe, die zweimal in der Woche zum Putzen, Kochen und Wäsche machen kam. An den anderen Tagen wurden wir von anderen wunderbaren Menschen mit warmen Mahlzeiten versorgt. Mein Mann arbeitete aus anderen gesundheitlichen Gründen nur noch 50% und war an den Nachmittagen dadurch in der Regel zuhause und übernahm viele der Aufgaben, die davor hauptsächlich ich übernommen hatte. Vor allem Zeit mit den Kindern für Fahrdienste, Arzttermine und die vielen anderen Aufgaben, die zum Elternsein dazugehören. Die Kinder wussten wie schwach ich war und das jede Anstrengung zu einer Verschlechterung meines Zustands führen konnte, die manchmal tagelang und manchmal wochenlang andauerte und nahmen Rücksicht, wo gut sie konnten. Mein Alltag war reduziert, langsam, ruhig und still.
Und dann, von einem Tag auf den anderen, wurde ich wieder in den Alltag eines gesunden Menschen hineingeworfen. Was wunderbar war und gleichzeitig extrem herausfordernd. Direkt nach meiner Heilung verschwand nach und nach alle Unterstützung, die wir davor hatten. Unsere Haushaltshilfe kündigte aus persönlichen Gründen, unsere Essenversorgung wurde eingestellt und auch die Unterstützung durch unsere Familien lies deutlich nach. All das war verständlich und völlig in Ordnung, ich konnte jetzt ja all das auch wieder alleine tun. Und gleichzeitig war es sehr viel, auf einen Schlag wieder so viele Aufgaben auf einmal zu übernehmen, an die ich einfach nicht mehr gewohnt war. Zeitgleich wurde mein Mann ihn so gut wie möglich zu entlasten und all das zu übernehmen, was er in den Wochen und Monaten übernommen hatte. Und unsere Kinder, die so lange zurück stecken mussten und mit so vielem irgendwie alleine klar gekommen sind, fingen an mich, meine Zeit, meine Aufmerksamkeit und meine Kraft übermäßig zu fordern. Es fühlte sich oft so an, als wollten sie am Liebsten alles nachholen, auf was sie so lange verzichten mussten. Plötzlich wurde auch all der Mangel sichtbar, der unsere schwere Zeit hinterlassen hatte. Bei den Kindern wurden Schulprobleme sichtbar, die davor wie unter einer Decke geschlummert hatten und ich begann mir Vorwürfe zu machen, was ich alles versäumt hatte. All auch all das Liegengebliebene aus den letzten Monaten wurde plötzlich sichtbar und scheinbar immer größer: die nicht-aussortierten Kinder-Kleider und Schuhe, die nicht-aussortierten Spielsachen und die ignorierten Chaos-Ecken wuchsen für mich zu einem nicht mehr zu überwindenden Berg zusammen. Und zusätzlich nahm mein Leben eine Geschwindigkeit an, mit der ich nach der Langsamkeit der vergangenen nur sehr schlecht klar kam.
Stolpern und Fallen
Ich begann nicht nur in meinem Alltag zu stolpern, sondern auch in meinem Glauben. Ich nahm mir kaum noch Zeit für Ruhe und Stille mit meinem Gott, sondern versuchte so gut ich es konnte durch mein Leben zu rennen und merkte gleichzeitig, dass mir das nur sehr schlecht gelang. Ich begann immer wieder zu jammern, weil mir alles zu viel war und hatte gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, weil ich doch eigentlich dankbar hätte sein müssen. Ich fühlte mich gestresst, überfordert und sehnte mich zurück nach Langsamkeit und Ruhe. Und irgendwie sammelte sich all das was war immer mehr zusammen, fühlte sich immer mehr nach viel zu viel an, bis an einem Nachmittag gefühlt alles in mir zusammen brach. Ich lief verzweifelt weinen in den Garten und fing schimpfend und jammernd an zu beten, sagte Gott, wie mich das alles überfordert, dass das alles viel zu viel für mich war, dass ich das alles nicht kann und dass ich mich komplett allein gelassen fühle, von Menschen und von ihm, meinem Gott. Und dann brach ein Satz aus mir heraus, über den ich selbst erschrak: „Warum hast du mich nicht krank gelassen? Dann müsste ich all das Viele jetzt nicht tun, dann wäre ich nicht so überfordert. Ich kann das alles nicht und möchte zurück ins Bett.“
Nach Anklage, die ich Gott lautstark hingeschmissen hatte, war ich einen Moment still. Und dann weinte ich noch mehr. So wollte ich doch überhaupt nicht denken. Ich wollte doch dankbar sein. Wollte anderen von unserem großen Gott erzählen und von dem, was er für mich getan hatte und jetzt war ich schon bei der ersten nächsten Herausforderung nicht nur gestolpert, sondern direkt gefallen.
Ich erinnerte mich an ein Volk aus der Bibel, dass sich sehr ähnlich verhalten hatte als ich in diesem Moment. Das Volk Israel, das Gott aus Ägypten befreit hatte und das kurze Zeit später jammernd uns klagend in der Wüste stand. »Hätte uns der Herr doch nur in Ägypten gelassen«, klagten sie. »Dort hatten wir immerhin Fleisch und genügend Brot zu essen. Stattdessen habt ihr uns in diese Wüste geführt, damit wir hier alle verhungern.« (2. Mose 16,3) Plötzlich verstand ich das Volk Israel sehr gut.
Gott ist da
In diesem Moment war es, als ob sich in mir etwas wendet. Etwas in mir wurde still und ich hörte endlich wieder auf das leise Flüstern Gottes in meinem Herzen. Dieses Füttern war mir so vertraut geworden, in dem tiefen Tal aus Krankheit, Trauer und Leid der Jahre davor. Und durch die extreme Geschwindigkeit und Fülle, die mein Alltag plötzlich wieder hatte, hatte ich mir viel zu wenig Zeit genommen, darauf zu achten und hatte irgendwie fast vergessen, dass Gott ja die ganze Zeit mit mir spricht.
„Ich bin doch da, Judith“, flüsterte er mir zu. „Ich bin die ganze Zeit da. Und ich bin noch immer derselbe. Ich lasse dich nicht allein. Du kannst mic doch um alles bitten und ich möchte dir bei allem helfen. Und nicht nur dir, auch deinen Kindern.“ Etwas in mir wurde still und ich spürte, wie Gottes Frieden sich endlich wieder in mir ausbreitete. Nicht weil sich im Außen etwas änderte, sondern weil ich wieder wahrnehmen konnte, dass da ein Gott ist, der mich sieht, ein Gott der größer ist, als meine Probleme und Herausforderungen und Sorgen. Und ich erinnerte mich wieder an das, was mich Halt gibt in stürmischen Zeiten, an das was mir hilft, wenn ich zweifle, stoppen oder falle.
Was hält uns, wenn wir zweifeln, stolpern und fallen?
Ich glaube, wir alle kennen Stolper-Zeiten auf unserem Glaubensweg. Zeiten, in denen wir uns von Gott entfernen, nicht mehr an ihn denken, ihm kaum mehr Platz in unserem Leben lassen. Oder Zeiten, in denen wir zweifeln und hadern und vielleicht sogar verzweifeln an dem, was wir in unserem Leben sehen. Zeiten, in denen wir nicht mehr sicher stehen, sondern stolpern, wanken, oder fallen. Was hilft uns dann, was gibt uns Halt, wenn wir stolpern?
Aus der Bibel können wir 5 Punkte lernen, die ich für mein Leben immer wieder als so wertvoll erlebe: Ehrlich sein vor mir selbst und Gott. – Mich immer wieder neu entscheiden, wohin ich schaue. – Mich im Erinnern üben. – Übertragen lernen. – Und Gemeinschaft mit anderen Christen.
Sei ehrlich vor dir und Gott
Ein großes Vorbild in radikaler Ehrlichkeit sich selbst und Gott gegenüber ist für mich König David in der Bibel. Wenn wir seine Psalmen lesen, können wir entdecken, wie er immer wieder und wieder sein Herz vor Gott ausschüttete und all seine Gedanken und Gefühle vor ihn brachte. Er sprach ehrlich aus, wenn er sich verlassen fühlte und nicht mehr wusste wo Gott war. Er sprach seine Trauer aus, seine Wut und seine Angst. Er sprach ehrlich von seiner Schuld und seiner Scham. Er versuchte weder Gott noch sich selbst etwas vorzumachen, sondern kam, wie er war. Unbeschönigt und echt.
Der Beginn von Psalm 61 ist eins von vielen Beispielen, die wir dazu in den Psalmen finden können: „Gott, vernimm mein Schreien! Höre mein Gebet! Vom Ende der Erde schreie ich zu dir um Hilfe, denn ich habe Angst.“ (Psalm 61, 2+3)
Und wir dürfen von David lernen. Wir dürfen lernen ehrlich auf uns zu schauen, uns selbst eingestehen was in uns ist, anhören selbst zu kämpfen, unsere Masken fallen lassen und unbeschönigt und echt vor unseren Gott kommen.
In diesem Moment in meinem Garten passierte genau das. Ich war ehrlich vor mir und meinem Gott. Ich hatte aufgehört zu kämpfen und meine Masken fallen lassen und zum Vorschein kam ein Satz, den ich zwar nicht denken wollte, aber der ja trotzdem in mir war, sondern wäre er nicht aus mir heraus gekommen. Und schon allein das ehrliche Aussprechen Gott gegenüber kann das bewirken, was ich ich da erleben durfte und immer wieder erleben darf: Etwas in mir beruhigt sich und der Sturm wird still.
Entscheide dich, wohin du schaust
Auch hier können wir uns wieder König David als Vorbild nehmen. In seinen Psalmen lesen wir nicht nur von seiner radikalen Ehrlichkeit, von seinen Klagen und seinem Schmerz. In sehr vielen Psalmen gibt es irgendwann einen Wechsel. Es ist, als ob Gott David anstupste, nach dem der ihm sein Herz ausgeschüttet hatte und sagte „Ich bin doch da.“ Und genau das drückt David in den letzten Sätzen seines Gebets dann auch aus. Er schaut ganz bewusst auf seinen Gott, spricht davon, dass er weiß, dass er ihm helfen wird und davon, dass seine Seele bei ihm Ruhe finden wird. Er schaut weg von seinen Herausforderungen und Nöten und Sorgen und schaut hin auf Gottes Größe und seinen Wundern und seiner Macht.
Erinnere dich
In Judentum gibt es eine Erinnerungskultur, die uns hier vermutlich fehlt. Über das Jahr verteilt gibt es Feste, an denen sie sich bewusst und teilweise ganz praktisch an die Wunder erinnern, die Gott für das Volk Israel getan hat. Und in der Bibel lesen wir immer wieder, wie Gott sein Volk auffordert, sich an die Wunder, die er für sie tut zu erinnern und sie von Generation zu Generation weiter zu erzählen.
Dieses bewusste Erinnern ist ein biblisches Prinzip, das uns gerade in Stolper-Zeit helfen kann, an Gott festzuhalten. Und wir dürfen uns selbst dazu auffordern, wie wir es zB auch in Psalm 103 lesen können: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Psalm 103,2)
Dieser Vers zeigt uns, wir dürfen, können uns sollen mit unserer Seele sprechen und sie an Gott und all das Gute, was er für uns getan hat und jeden Tag tut erinnern. Ich mache das an schweren Tagen oft ganz praktisch, lege eine Hand auf mein Herz und sage mir laut: „Judith, Gott ist da. Egal ob du ihn gerade wahrnimmst, oder nicht. Erinnere dich daran.“ Und dann erzähle ich mir selbst, was ich schon alles Gutes und Wunderbares mit meinem Gott erleben durfte. Oder ich erinnere mich an das, was über ihn in der Bibel steht.
Lerne zu übertragen
Das, was dem Volk Israel in der Wüste so schwer fiel, war die Transferleistung von dem Wunder, dass sie erlebt hatten, auf die konkrete Situation direkt danach. Sie hatten erlebt, wie Gott sie aus Ägypten rettete, wie er das Meer teilte und sie dadurch in Sicherheit brachte. Und dann standen sie in der Wüste und stellten fest, dass sie kein Wasser hatten. Sie jammerten und klagten und Gott schenkte ihnen Wasser, wieder ein Wunder. Direkt danach fiel ihnen auf, dass sie kein Essen hatten und anstatt zu übertragen, dass Gott nach all den Wundern, die er schon getan hat jetzt wieder eins tun kann, fiel dieser Satz, dass sie sich zurück nach Ägypten in die Sklaverei wünschten. Das war ihre kleine menschliche Lösung für das Hunger-Problem. Obwohl sie doch einen großen Gott hatten, der große Wunder tut.
Genau diese Transferleistung gelang auch mir nicht, als mir all die Herausforderungen meines Alltags über den Kopf zu wachsen drohten. In meinem Kopf entstand plötzlich die Lösung, mich zurück ins Alte zu flüchten, aus dem Gott mich längst befreit hatte, anstatt auf ihn zu schauen und das Wunder, dass ich erleben durfte, in meine momentane konkrete Situation zu übertragen.
Auch von den Jüngern lesen wir immer wieder, wie schwer ihnen diese Transferleistung fiel, wie oft sie wieder vor einer vermeintlich nicht zu lösenden Herausforderung standen und nicht erkannten, dass Jesus auch hier ein Wunder wirken konnte. Ich stelle mir manchmal vor, wie in ihrem Kopf immer wieder nach und nach ein weiteres kleines Licht aufging. „Ach, wenn Jesus den Gelähmten heilen kann, bedeutet das, dass er auch den Beinen heilen kann.“, „Ach so, wenn Jesus Kranke heilen kann, bedeutet das auch, dass er Brot vermehren kann.“, „Und wenn er Brot vermehren kann, kann er auch den Sturm stillen. Ah!“ Sie mussten lernen zu übertragen. Von einer Situation auf die nächste. Von einem Mensch auf den Nächsten.
Und genau so, dürfen wir das auch lernen. Wenn Gott meinen Körper heilen kann, dann kann er natürlich auch meinem Kind bei seinen Schulprobleme helfen und mir genügend Kraft für meine Aufgaben geben. Wenn Gott meinen Körper heilen kann, kann er auch deinen heilen. Wenn Gott deiner Freundin finanzielle Versorgung schenken kann, kann er das auch bei dir. Wenn Gott in der Bibel Menschen geholfen hat, dann tut es das auch bei dir.
Suche und lebe Gemeinschaft
Ein Gott der Beziehung
Das Lobpreis-Lied „Der dich sieht“ drückt das für mich wunderbar aus. Hier heißt es in der Bridge: “Du bist ein Gott, der mich sieht. Hast deine Augen steht´s auf mich gerichtet. Deine Gnade findet mich. Und richtet meinen Blick auf dich, den Retter.“ Und ich wünsche dir und mir, dass wir das immer wieder erleben dürfen.
Herzliche Grüße,
Judith
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